Themenvorschläge für die Forschung

Hier finden Sie Themen, die in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bruneck im Rahmen einer Tesi di laurea bzw. einer Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit wissenschaftlich beforscht werden können.


Die Geschichte des Brunecker Stadtspitals (14.-20. Jh.)

  • Zeitliche Einordnung: Mittelalter, Frühe Neuzeit
  • Disziplinäre Verortung: Sozialgeschichte, historische Anthropologie, Medizingeschichte, Alltagsgeschichte
  • Spezielle Fragestellungen: Armenwesen und soziale Fürsorge, Bedeutung des Stadtspitals im städtischen Umfeld, Bezug zum ländlichen Raum, Ernährungsgeschichte (Speisepläne, Versorgung mit Lebensmitteln), Pharmaziegeschichte, Seelsorge (Spitalkirche), mittelalterliches Stiftungswesen, mittelalterliches Rechnungswesen
  • Einführende Literatur: Hubert Stemberger, Das Alte Spital in Bruneck, Bruneck 1987.

Die Geschichte der Brunecker Juristenfamilie Leiter

  • Zeitliche Einordnung: 19./20. Jh.
  • Disziplinäre Verortung: Stadtgeschichte, Geschichte des Bürgertums, Rechtsgeschichte, mentalitätsgeschichte, Regionalgeschichte
  • Spezielle Fragestellungen: Bildung, soziale und räumliche Mobilität, Modernisierung, Verwaltung einer Kleinstadt vor der Folie der Südtiroler Landesgeschichte, Geschichte der sogenannten Option, Vereinswesen
  • Einführende Literatur: Stefan Lechner (Hg.), Der lange Weg in die Moderne. Geschichte der Stadt Bruneck 1800-2006, Innsbruck 2006
  • Kurzbeschreibung und Kontaktinformation (pdf)

Bruneck und der Dreißigjährige Krieg (1618-1648)

  • Zeitliche Einordnung: 17. Jh.
  • Disziplinäre Verortung: Militärgeschichte, Sozialgeschichte, Stadtgeschichte, Verkehrs- und Mobilitätsgeschichte
  • Spezielle Fragestellung: Versorgung, Hospize, Almosenwesen, Biographik von Adeligen, Klerikern und anderen Reisenden, Geschichte der Verkehrsinfrastruktur
  • Einführende Literatur: interner Link

Postkarten und Briefe aus der Kriegsgefangenschaft während des Ersten Weltkrieges

  • Zeitliche Einordnung: 20. Jh.
  • Disziplinäre Verortung: Österreichische Geschichte, Medizingeschichte, Militärgeschichte, Biographik
  • Spezielle Fragestellung: Nachwirkungen eines Kriegstraumas, Psychiatrische Behandlung, Kriegsgefangenschaft, Ego-Dokumente, Alltagsgeschichte, Zensur
  • Einführende Literatur: interner Link

Die Grenzen des Stadtgerichts – Ein Vergleich der Grenzbeschreibungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert

  • Zeitliche Einordnung: 17. und 18. Jahrhundert, ob es Grenzbeschreibungen aus dem 16. Jahrhundert gibt, wäre zu prüfen.
  • Disziplinäre Verortung: Geschichte der Neuzeit, Österreichische Geschichte, Verwaltungsgeschichte, Europäische Ethnologie
  • Spezielle Fragestellung: Geographische Verortung und Kenntlichmachung von Grenzen, Bedeutung von Grenzen in der alltäglichen Erfahrung, Beziehung zwischen den Grenzen der „Stadt“ und des Stadtgerichts, die regelmäßige Kontrolle der Escherstangen als Ritual
  • Einführende Literatur: Margit Baumgartner, Die Hauptmannschaft, die Amtmannschaft, das Stadtgericht Bruneck 1500-1641, Diss. phil. Innsbruck 1972; Ellinor Forster (Hg.), Veränderungen des Raums / Mutamenti dello spazio (Geschichte und Region / Storia e regione, 26 (2017), 1 (externer Link).

Die Aufzeichnungen des Gerbers Georg Huber

Im Stadtarchiv wird ein sogenanntes Aufschreibbuch verwahrt, das die Einkäufe von Rohmaterial (Felle, Häute) durch den Gerber Georg Huber/Hueber über den Zeitraum mehrerer Jahrzehnte (1822-1856) dokumentiert. Ein zweiter Band legt seinen Schwerpunkt auf die Einnahme von Zinsen aus den Handelstätigkeiten, vielleicht auch aus dem Verleih von Kapital. Zusätzlich gibt es eine Reihe von Schreibkalendern, die ebenfalls geschäftliche Aufzeichnungen enthalten. Gemeinsam mit den Büchern können sie die Grundlage für eine biographische Arbeit mit sozial- und wirtschaftsgeschichtlichem Fokus sein. Das berufliche Netzwerk, in das der Handwerker sowie die mit ihm handelnden Bauern eingebunden waren, kann rekonstruiert werden. Eventuell fungierte Huber als regionaler Geldverleiher, eine Rolle, die in der frühen Neuzeit vielfach wohlhabenden Kaufleuten und Wirten zukam. Der kleine Bestand bietet eine wertvolle Basis für die Untersuchung von Handelspraktiken, Geldflüssen sowie eines einfachen Buchhaltungssystems des offenbar alphabetisierten Handwerkers im frühen 19. Jahrhundert in Tirol.

  • Zeitliche Einordnung: 19. Jahrhundert.
  • Disziplinäre Verortung: Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Stadtgeschichte, Biographik.
  • Spezielle Fragestellung: Edition und Auswertung einer Handschrift, theoretische Reflexion über die Editionstätigkeit, Analyse des Autors und seines persönlichen (privaten und beruflichen Umfelds). Rekonstruktion des Kundenstammes des Handwerkers, d.h. der Viehhalter im Pustertal, die ihm Felle und Häute verkauften oder eintauschten. Die Rolle als Geldverleiher. Untersuchung der Sprache und Rückschlüsse auf die Schulbildung des Autors.