Aufhofner Straße Nr. 11: Ansitz Mohrenfeld, Widum

Aufhofen Ansitz Mohrenfeld Ansitz Mohrenfeld - Bibliothek + Widum

Frühere Namen:

Mohrenfeld ist der bescheidenste der Aufhofener Ansitze. Das sogenannte Magein-Gut (Magiein, Magien) gehörte am Anfang des 16. Jahrhundert dem Jörg Gössel von Welsberg. 1512 wurde Sigmund Prenner von Bruneck mit dem Gut belehnt, der es an Wolfgang Jöchl verkaufte, der 1523 damit belehnt wurde. Nach dem Tod des Wolfgang Jöchl ging der Ansitz an seinen Schwiegersohn Pankraz Rasner über. 1555, nach dessen Tod, wurde der Lehensbrief um das Magein-Gut auf den Namen Hans vom Kreuz und Jakob Han von Hanberg, den damaligen Pfleger auf der Lamprechtsburg, ausgestellt. Durch die Heirat von Euphemia Jöchl mit Christoph Rumbl von Lichtenau, Pfleger zu St. Michelsburg, Amtmann zu Bruneck und Viertelhauptmann im Pustertal, kam das Gut schließlich an die Rumbl.

Erbweise kam danach Sigmund Söll in den Besitz (1595), nach dessen Tod wurde sein Sohn Anton Söll mit dem Magein-Gut belehnt. 1650 bis 1688 war Hans Viktor von Rost zu Aufhofen, Kehlburg und Schrottwinkel Inhaber, der das Gut von Anton Söll von Teissegg zu Steinburg tauschweise an sich gebracht hatte. Unter Hans Viktor von Rost wurde das Magein-Gut zu einem adeligen Ansitz ausgebaut, er konnte beim Fürstbischof allerdings kein Privileg für die Erhebung des Hauses zum Ansitz erlangen. Um 1688 verkaufte er das Gut an Johann Jakob von Hebenstreit zu Glurnhör.

Johann Jakob von Hebenstreit versuchte ebenso wie Hans Viktor von Rost, die Ansitzerhebung zu erlangen. Er stellte 1691 eine Bittschrift an den Fürstbischof, der tatsächlich die Befreiung und Eximierung der Behausung bewilligte und sie zu einem Ansitz mit dem Prädikat "Mohrenfeld" erhob - die Hebenstreit durften sich ab jetzt "von und zu Mohrenfeld" nennen.

Johann Jakob verheiratete sich 1686 in Aufhofen mit Judith Franziska Troyer von Ansheim und Grembsen und starb 1727. Da Johann Jakobs Sohn vor ihm verstorben war, wurde Franz Josef Söll von Teissegg zu Steinburg als Lehenträger von Ansitz Mohrenfeld bestellt. Johann Karl Engelbert von Hebenstreit zu Glurnhör und Mohrenfeld wurde danach mit dem Ansitz belehnt, verkaufte ihn jedoch gleich an seinen Onkel Andrä Benedikt von Hebenstreit der Linie Glurnhör zu Mauren. Der letzte Hebenstreit als Lehenträger von Mohrenfeld war Josef Anton von Hebenstreit von Glurnhör und Mauren, jetzt auch zu Mohrenfeld und Ansiedl.

Nach den Hebenstreit wurden die Herren von Vogl für etwa dreißig Jahre Inhaber von Ansitz Mohrenfeld. Josef Anton Vogl von Hart war seit 1761 Stadtphysikus in Bruneck und kaufte den Ansitz. 1781 erhielt er von Kaiser Josef II. den Adelstitel mit dem Prädikat "Edler von Hart und Mohrenfeld" verliehen. Von Vogl starb 1803, nachdem ihm Georg Hauninger, Kaltenhauser und Unterwinkler zu Aufhofen 1791 den Ansitz abgekauft hatte, er verstarb allerdings im selben Jahr verstorben. Sein Bruder Jakob übernahm in der Folge den Ansitz.

Später scheint Georg Niederwanger als Besitzer auf, danach saßen mehrere Inhaber auf dem Gut (Bartlmä Niederwanger, Peter Unterlechner, Bartlmä Schuster, Matthias Hellweger, Johann Morlang, Stefan Mayr und Agnes Mayr), was zu einer gewissen Verwahrlosung führte. Mohrenfeld, im 19. Jahrhundert häufig als Rostengut bezeichnet, wurde 1833 von den Eheleuten Stefan Mayr und Agnes Mayr von Graßstein versteigert, Besitzer wurden nun der Kunstmaler Anton Bachlechner und seine Frau Anna Steiner. Letztere verkaufte den Ansitz samt Garten schließlich an die St.-Katharina-Kirche in Aufhofen, das Gebäude wurde danach als Priesterwohnung und Schulhaus verwendet.

Bemerkungen:

Der Ansitz ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 47-73.