Ansitz Sonnegg, „Steinpeunte“

Adresse: Herzog-Diet-Straße Nr. 28

Frühere Namen:

Der Ansitz Sonnegg, als Bauerngut vorher "Steinpeunte" genannt, wurde erstmals 1460 erwähnt. 1522 wurde das Gut an Peter Söll zu Bruneck verliehen, der bereits den Ansitz Teissegg in Bruneck an sich gebracht hatte. Nach dem Tod des Peter übernahm sein Sohn Leonhard, Bürger in Bruneck, das Lehen "Steinpeunt" und das Gut im Baumgarten. Danach kam die Steinpeunte an Sigmund Schönhuber in Dietenheim und schließlich an Hieronymus Mor, Bürger in Bruneck, dem 1550 die Steinpeunte samt Garten verliehen wurde. Er baute das Haus zu einem Ansitz um und wurde 1557 mit Adelsfreiheiten und quartiertem Wappen begabt. Er erhielt das Privileg, sich nach seinem umgebauten Haus mit dem Prädikat "Sonnegg" sowie nach seinem zweiten Ansitz in Dietenheim, "Morberg", mit dem Prädikat "Mor von Sonnegg und Morberg" nennen zu dürfen. Die Mor waren seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auch am Prettauer Bergwerk beteiligt.

Nach dem Tod des Hieronymus Mor übernahm dessen ältester Sohn Paul Mor von Sonnegg und Morberg den Ansitz Sonnegg und wurde damit belehnt. Er versah das Amt eines Verwesers des Kupferbergwerkes in Prettau und saß als solcher in Bruneck, wo er auch das väterliche Haus übernahm. In den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts war er auch Ratsherr in Bruneck. Nach seinem Tod übernahm der nächstälteste Bruder Karl alle Lehen und dieser wohnte auch im Ansitz Morberg. Karl war Pfleger zu Anras in Osttirol. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Ferdinand das Erbe.

Von dessen sieben Töchtern lebten 1650 nur mehr Johanna Maria und Christina Mor-Hölzl, die sich mit Stefan Hölzl vermählt hatte und mit ihm im Ansitz Sonnegg wohnte. 1650 übernahm Hölzl als Schwiegersohn des Ferdinand Mor die Lehensträgerschaft um Sonnegg, doch im gleichen Jahr kaufte Ludwig Perkhofer von Moos zu Köstlan, Pfandinhaber des Gerichtes Taufers, den Ansitz.

Auf ihn folgte Hans Gaudenz (II.) von Rost, ein Sohn der Johanna Mor, als Besitzer, und danach gelangte der Ansitz an Erzherzog Ferdinand Karl, der ihn seinem Leibarzt Rochus Mathioli von Grabenstein überließ (vgl. Mairamhof). Nach dessen Hinrichtung in Innsbruck wurde Andrä Benedikt (I.) Hebenstreit zu Glurnhör Lehensträger, der mit Regina Söll von Teissegg verheiratet war und im Unterempichlgut in Dietenheim wohnte.

Georg Mor von Sonnegg und Morberg aus der Sterzinger Linie kaufte den Ansitz zurück und wurde 1683 durch den Fürstbischof belehnt; 1668 war er gemeinsam mit seinem Bruder Adam und seinen Vettern in den Adelsstand erhoben worden. Nach seinem Tod folgte auf Sonnegg sein Sohn Georg Felix von Mor zu Sonnegg und Köstlan nach. Dessen Sohn Franz Xaver Johann von Mor zu Sonnegg und Köstlan verkaufte 1712 den Ansitz Köstlan, 1722 den Ansitz Sonnegg.

Käufer war Joseph Andrä Wenzl Freiherr von Sternbach zu Stock und Luttach, 1730 wurde ihm der Lehensbrief ausgestellt. Nach seinem Tod wurde der Bruder Johann Georg mit dem Ansitz Sonnegg, dem Ansitz Angerburg in Reischach sowie zahlreichen anderen Realitäten belehnt. Auf ihn folgten sein Neffe Ignaz Leopold Michael Josef Freiherr von Sternbach, Andreas Freiherr von Sternbach und Josef Anton Franz Borgia Johann Freiherr von Sternbach als Lehensträger. Letzterer wohnte ab 1790 mit seiner Frau im Ansitz Sternbach in Bruneck. 1794 verkaufte er Mairamhof und Sonnegg an Jakob Mutschlechner in Dietenheim, 1830 starb er in Bruneck.

Jakob Mutschlechner wohnte mit seiner Familie im Mairamhof, im Ansitz Sonnegg waren verschiedene Untermieter untergebracht. Nach Jakobs Tod erbte der älteste Sohn Anton Mutschlechner alle Realitäten, darunter auch die Ansitze Sonnegg, Morberg und Mairamhof.

1836 ging der Ansitz Sonnegg durch Kauf an die Geschwister Josef und Anna von Plankenstein über, die im Ansitz wohnten. Nach deren Tod erbte der Neffe Bartlmä von Plankenstein, und nach dessen Tod wurde der Ansitz versteigert. Neuer Besitzer wurde der Arzt Andrä Wibmer (1907).

Bemerkungen:

Der Ansitz ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 342-374.

Paul Kofler/Hans Grießmair/Gunther Waibl, Dietenheim. Höfe, Ansitze, Museum, Dietenheim 1981, S. 105-107.