Herzog-Diet-Straße Nr. 42: Beim Grebmer, Aschgut, sogenannter Ansitz Asch

 

Frühere Namen:

Das Aschgut gehörte vermutlich mit den Häusern Steiner (heute Kröll) und Hintersteiner zum Besitz der Herren von Dietenheim, die seit der Mitte des 12. Jahrhunderts als Brixner Ministeriale urkundlich verbürgt sind. Ab 1445 ist die Bezeichnung "Halblehen zu (am) Asch" belegt, zu diesem Lehen gehörte auch ein Baumannsgut "im Baumgarten", das 1445 Jakob Kirchmair, Bürger in Bruneck, innehatte. Danach ist sein Sohn Christian (I.) Kirchmair Lehensträger, nach seinem Tod sein Bruder Lamprecht Kirchmair. 1536 werden die Lehensverträge dahingehend geändert, dass die Kirchmair die Grundrechte vom Halblehen haben sollten, Marx im Baumgarten zu Dietenheim aber wird das Baurecht über das Halblehen zugesichert.

Nach dem Tod des Lamprecht Kirchmair wurde Nikolaus, nach dessen Lehensaufgabe Georg Kirchmair Lehensinhaber. Nach dem Tod des Letzteren wird sein Sohn Georg (II.) Kirchmair Lehensträger aller Brixner Lehen, danach 1574 Christian (II.) Kirchmayr. Im Baumgarten wird nun ein Ausschank eingerichtet, der bis 1673 in Betrieb bleibt. Als Inhaber des Baurechtes werden verschiedene "Schenken" aufgeführt, wobei der Name als Berufsbezeichnung zu verstehen ist.

1587 hat Sebastian Obermair, Zimmermann in Dietenheim, das Gut von Christian (II.) Kirchmair von Ragen zu Lamprechtsburg gepachtet, die Obermair sitzen auf dem benachbarten Oberempichlgut. 1614 werden die Grundrechte und Zinse aus dem Halblehen zu Asch dem Brixner Hof- und Lehensrichter Hans Jakob Söll von Aichberg zu Neuhaus und seiner Kirchmair'schen Verwandtschaft verliehen, nach dessen Tod wird dessen Sohn Jakob Christoph mit dem Gut belehnt.

1675 übernimmt Andrä Benedikt (I.) von Hebenstreit, ein Bruder der Maria Johanna Wwe. Söll von Aichberg, das Aschgut. In einem Kaufbrief von 1697 wird Anton Wenzl Freiherr von Sternbach als neuer Besitzer des Halblehens und des Baumgartengutes ausgewiesen. Im selben Jahr kommt Johann Jakob von Hebenstreit zu Glurnhör und Mohrenfeld in den Besitz des Gutes, ein Jahr später wechseln das Halblehen zu Asch und die Baumanngerechtigkeit im Baumgarten den Inhaber: Paul Kammerer, Überwieser zu Reischach, zinst nun an die Sternbach.

1698 nimmt Johann Jakob von Hebenstreit zu Glurnhör und Mohrenfeld alle Realitäten, die er Kammerer verkauft hat, wieder zurück. 1709 verkauft er das Halblehen zu Asch und das Gut im Baumgarten an den Landgerichtsschreiber der Herrschaft Michelsburg Johann Baptist Tschusy.

Das Aschgut wechselt abermals den Besitzer und geht wohl wieder in die Hände der Sternbach über. Um ca. 1735 wohnt für einige Jahre Graf Franz Rudolf von Klebelsberg hier, zieht dann aber in das Steinergut um. 1768 verkauft Andreas Freiherr von Sternbach seinem Schwager Josef Antonin von Grebmer, oö. Regimentsrat und Kreishauptmann im Wipp- und Pustertal, das Halblehen zu Asch samt der Baumanngerechtigkeit "im Baumgarten".

Von Grebmer ist der erste Kreishauptmann im Pustertal seit der Kreiseinteilung 1754, nach dem Kauf des Aschgutes verlegt er seinen Amtssitz in dieses Haus. 1811 stirbt er in Dietenheim und der Nachlass geht an seinen Sohn Josef Ludwig über. Dieser ist Advokat, Mitglied des Großen Ausschusses in Innsbruck und Postmeister in Bruneck; er ist mit Elisabeth von Steyrer zu Riedburg, der Tochter des Franz Georg, oö. Postmeisters zu Bruneck, verheiratet. Josef Ludwig wohnt im sogenannten Ansitz Asch in Dietenheim; nach seinem Tod 1845 geht dieser an den Sohn Eduard Josef von Grebmer zu Wolfsthurn über.

Nach dessen Tod im Jahr 1875 übernimmt der Sohn Eduard das Aschgut.

Bemerkungen:

Der Ansitz ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 216-243. Paul Kofler/Hans Grießmair/Gunther Waibl, Dietenheim. Höfe, Ansitze, Museum, Dietenheim 1981, S. 60, S. 85.