Hebenstreitstraße Nr 12: Sogenannter Ansitz Hebenstreit, Unterempichlgut, Pfefferer

 

Frühere Namen:

Für das Haus waren die Bezeichnungen "Entpichl", später "Unterempichlgut", "Hebenstreit" und zuletzt auch "beim Pfefferer" gebräuchlich. Mit dem benachbarten Oberempichlgut bildete das Gut eine wirtschaftliche Einheit.

1358 Enepühele, 1366 Enepühel, 1505 Niklas Enepüchler (könnte auch Oberempichler betreffen). ab 1559 Unterempichl/-er, danach Hebenstreit und Pfefferer.

Empichl wird 1358 erstmals urkundlich erwähnt. Ab der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist es möglich, zwischen einem Unterempichl- und einem Oberempichlgut zu unterscheiden. 1545 wird ein Liennhart Under-Empüchler genannt, 1599 hingegen ein Peter Rech, wohnhaft zu Bruneck, als Inhaber von Unterempichl. 1560/61 hingegen scheint wieder Leonhard Unterempichler auf. Danach begegnen uns Joachim Empichler, Leonhard Trater, Peter Rochen, Christoph Schenk, Jörg Primus , Hieronymus Hueber, Jörg Empichler, Hanns Burger als Bestandsleute.

1621 zinst Paul Feichter von Klobenstein, Verweser der Wolkensteinischen Gewerken des Kupferbergwerkes Prettau, für Unterempichl. Seine Tochter heiratet 1643 Kaspar Rampf aus Sterzing und kaufte 1653 das Untermpichlgut von ihrem Vater. Deren Sohn Theodosius, Maler, verkauft den sogenannten Ansitz Hebenstreit 1673 an Andrä Benedikt (I.) von Hebenstreit zu Glurnhör, Landrichter zu Michelsburg; im selben Jahr geht auch Oberempichl an die Hebenstreit über. 1674 erwirbt Andrä Benedikt auch Sonnegg zu Dietenheim, 1679 das Steinergut. Sein Sohn Johann Josef wirde 1706 Lehensträger des Ansitzes Ansiedl zu Aufhofen und sein Bruder Johann Jakob kauft 1688 den Ansitz Mohrenfeld in Aufhofen sowie 1697 das Aschgut in Dietenheim.

Andrä Benedikt (I.) von Hebenstreit zu Glurnhör wohnt im Unterempichlgut und lässt dieses ansitzartig umbauen lassen. Auf ihn folgt sein Sohn Andrä Benedikt (II.), in dessen Zeit setzt sich der Name Hebenstreit für das Oberempichlgut allmählich durch. Nach ihm erbt Josef Anton von Hebenstreit zu Glurnhör die väterlichen Realitäten, danach dessen Sohn Bartholomäus Josef. Dieser wiederum übergibt an seinen Sohn Benedikt und dieser an seine Schwester Josefa von Hebenstreit verehelichte Huber.

1840 werden Unter- und Oberempichl versteigert, Josefa Huber geborene von Hebenstreit zieht nach der Versteigerung nach Aufhofen in den Ansitz Ansiedl. Die Güter werden von den Ulrich und Matthias Perathoner ersteigert, die Unterempichl 1855 an Franz Stockhammer, Bezirkskanzlisten in Bruneck, weiterverkaufen. 1864 geht das Hebenstreit-Anwesen an Karl Strele, Güterbesitzer und k.k. Tabakverleger in Bruneck, und dessen Frau Maria Strele geborene von Gall. 1883 verkaufen deren Kinder das Anwesen an Karl Pfefferer.

Erklärung des Namens von Egon Kühebacher:

Typischer Satzname, nämlich ‚heb an den Streit’, ein Zuruf am Beginn des ritterlichen Turnierkampfes. Hebenstreit war ein Ansitz für Landadelige.

Bemerkungen:

Der Ansitz ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen).

 

Literatur:

Paul Kofler/Hans Grießmair/Gunther Waibl, Dietenheim. Höfe - Ansitze - Museum, Dietenheim 1981, 57-59.

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 266-284.