Ansitz Kirchegg, Kirchegger, Beikircher, Wenzele

 

Adresse: Wiesenweg Nr. 26

Frühere Namen:

An der Stelle des einstigen Ansitzes Kirchegg ist heute ein Hof, der 1919 nach einem Brand neu aufgebaut wurde.

1358 wird der Hof erstmals erwähnt: Fritz bei Kirchen. Bis 1560 scheint Peter Primus als Besitzer auf, 1609 verehelicht sich Jörg Primus, Sohn des Sigmund. Ab 1631 erscheint in den Urbaren Martin Primus, Anfang des 18. Jahrhundert aber verschwinden die Primus aus der Dietenheimer Gegend und betätigen sich in Bruneck als Handwerker (Müller, Schuster).

In den Besitz von Kirchegg kommen nun die Wenzl zum Stock, Kirchegg, Ragen und Getreuenstein, da Stefan (III.) von Wenzl die Primusgüter aufkauft. In der Mitte des 17. Jahrhunderts lässt Stefan den Hof neu und in der Form eines Ansitzes errichten. 1650 erhält er die Erlaubnis, das Gebäude von nun an "Kirchegg" zu nennen und sich danach zu schreiben. Stefan besitzt auch den Ansitz Getreuenstein und das Hintersteinergut. Nach seinem Tod 1681 übernimmt sein Sohn Stefan (IV.) von Wenzl das Erbe.

Sein Sohn Josef Anton lebt spätestens seit 1725 selbst im Ansitz Kirchegg. Nach dessen Tod heiratet die Witwe den k.k. Forstmeister Franz Josef Söll von Teissegg zu Steinburg und Morberg. Mit Johann Franz von Wenzl verstirbt 1744 der letzte männliche Vertreter der Familie auf Kirchegg.

Den Wenzl folgt Jakob Huber als Besitzer nach. 1804 übergibt er, gewesener Pongartner in Niederrasen, das Gut an seinen Sohn Georg. 1841 wird sein Neffe Josef Leopold Huber Kircheggbesitzer, der Hof wird nun allgemein "Wenzelehof" genannt. 1880 stirbt Josef Leopold, sein Sohn Josef übernimmt den Besitz; 1867 erleidet das Gut bei einem Brand großen Schaden. 1896 geht das Kirchegg- oder Wenzelegut an Johann Huber über, 1919 wird der Hof durch einen Brand zerstört.

Erklärung des Namens von Egon Kühebacher:

Der Hof hieß ursprünglich Beikircher, danach Zum Primus und nach dem Umbau zum Ansitz Kirchegg oder Beim Wenzele nach der Besitzerfamilie Wenzl.

Literatur:

Paul Kofler/Hans Grießmair/Gunther Waibl, Dietenheim. Höfe, Ansitze, Museum, Dietenheim 1981, S. 92, S. 97.

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 286-299.