Sogenannter Ansitz Mairamhof

 

Adresse: Herzog-Diet-Straße 32, Dietenheim

Frühere Namen:

Mairamhof war einer von vier Mairhöfen in Dietenheim. Er findet sich bereits im görzischen Urbar von 1299 verzeichnet. 1358 scheint ein Perchtold der Maier von Dietenheim auf, 1421 in einem Urbar Simon Mair als Inhaber. 1496 begegnet Hans am Hof zu Dietenheim, 1519 als Lehensträger Sigmund Prenner, Mair am Hof. 1528 ist Wolfgang Jöchl Lehensträger, er und Sigmund Prenner aber verkaufen den Hof ihrem Vetter und Schwager Peter Söll (d.M.) von Teissegg zu Bruneck.

Nach dem Tod des Peter Söll von Teissegg 1543 übernimmt sein Bruder Leonhard, Bürger in Bruneck, als Lehensträger den Mairamhof, und verkauft ihn den Brüdern Hans und Martin die Mair aus Wielenbach. Da diese aber noch besitzunfähig sind, übernimmt Valthin Stocker 1574 den Hof als Lehen.

1605 belehnt Erzherzog Maximilian III. Martin Stocker und dessen Bruder Hans, die Söhne des Valthin, mit dem Mairamhofgut. 1625 aber verkauft Martin den Hof seinem Schwager Kaspar Achmüller aus Mitterolang, der ihn 1629 an Matthias Schöfflmayr weiterverkauft. Schöfflmayr verkauft das Lehen seiner Frau Barbara Stocker, als Lehensträger wird ihr Vetter Peter Mair eingesetzt, der das Gut 1639 kauft. 1649 verkauft er es an Ludwig Perkhofer in Brixen, bleibt aber mit seiner Familie auf dem Hof.

Perkhofer verkauft 1652 Mairamhof und den Ansitz Sonnegg in Dietenheim an Hans Gaudenz von Rost zu Aufhofen und Kehlburg, 1659 verleiht Erzherzog Ferdinand Karl den Mairamhof an Rochus Mathioli, seinen Leib- und Hofchirurgus. Der Bestandsmann auf Mairamhof ist Christian Plaikner.

1674 geht das Lehen Mairamhof an Rochus Jordan über, nach dessen Tod an den Sohn Michael Jordan. Danach wird Lorenz Hormayr mit dem Gut belehnt, 1688 verkauft es dieser an Anton Wenzl zum Stock und Freiherrn von Sternbach, unter dem das Haus zu einem herrschaftlichen Gebäude ausgebaut wird. Er selbst wohnt aber im Ansitz Sternbach in Bruneck.

1720 wirde für Josef Andrä Wenzl Freiherr von Sternbach der Lehensbrief für den Mairamhof ausgestellt. Sein Sohn Andreas übernimmt nach seinem Tod als Universalerbe alle Liegenschaften; er wohnte mit seiner Frau im Ansitz. Als Universalerbin setzt er seine Schwester Maria Margareth Wenzl Freiin von Sternbach ein. Nach deren Tod übernimmt Josef Alexander Wenzl Freiherr von Sternbach den gesamten Besitz, der Mairamhof kommt aber 1794 kaufsweise an Jakob Mutschlechner, vorher Bauer am Braitenberg bei St. Lorenzen und Roch zu Stegen.

Jakob verstirbt 1827 und gibt die Ansitze Sonneg, Mairamhof und Morberg an den ältesten Sohn Anton weiter. Dieser vererbt an den gleichnamigen Sohn Anton jun. Nach dessen Tod 1908 wird Maria Mutschlechner Mairamhof-Besitzerin, die aber bereits 1920 stirbt. 1922 geht der Mairamhof in die öffentliche Hand über und wird zunächst Sitz der Landwirtsschaftsschule. 1952 wird das Eigentumsrecht über das Haus der Provinz Bozen einverleibt, heute ist Mairamhof Sitz des Südtiroler Landesmuseums für Volkskunde.

Erklärung des Namens von Egon Kühebacher:

Wie alle Mair-Höfe (man verwende die mundartl. Lautform Moar) hatte auch der Moar in Dietenheim die Aufgabe, die Abgaben der Bauern für die Grundherrschaft des Hochstiftes Brixen einzusammeln. Der Name geht zurück auf die Bezeichnung majordomus ‚Gutsverwalter’ der mittelalterlichen Kanzleisprache. Die Mair-Höfe waren steuerfrei. Der Moar am Hof sammelte die Abgaben der Bauern für die Grundherrschaft der Vorderen Grafschaft Görz.

Bemerkungen:

Der Hof ist denkmalgeschützt (externer Link zum MonumentBrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 300-326.

Mairamhof, in: Paul Kofler / Hans Grießmair / Gunther Waibl, Dietenheim. Höfe - Ansitze - Museum, Bruneck 1981, 167-172.