Prack-zu-Asch-Straße 7: Sogenannter Ansitz Rassner, Rostengut (+)

Frühere Namen:

Der ehemalige Ansitz Rost existiert heute nicht mehr. Ursprünglich befand er sich wahrscheinlich wie auch die Angerburg im Besitz der Herren von Rischon, wenngleich der Name Rassner auf die Herren von Rasen hinweist. Diese scheinen im 14. Jahrhundert immer wieder als Besitzende auch in der Gegend des heutigen Reischach auf. 1442 erfahren wir, dass das Haus "Rassner" in Reischach durch den Grafen Heinrich von Görz an die Rasner verliehen ist.

Caspar Rasner hatte wahrscheinlich auch den Ansitz Angerburg als Brixner Lehen inne. Sein Sohn Hans Rasner von Rasen, gesessen auf Reischa, erhielt nach dem Tod des Vaters dessen Lehen übertragen. Dessen Sohn Pankraz wohnte ebenfalls in Reischach. Mit seinem Sohn Kaspar Rasner erlosch das Geschlecht im Mannesstamm.

1518 war Hans von Parmatin Inhaber des Rasnerischen Ansitzes in Reischach, um die Mitte des 16. Jahrhunderts kamen aber die Prack von Asch und Angerburg in den Besitz. Christoph (d.J.) Prack bat 1576 den Brixener Fürstbischof um eine Beschreibung der Rasnerischen Güter. Nach dessen Tod kam der Ansitz an seinen Sohn Jakob Philipp Prack von Asch und Angerburg, und danach durch Kauf in die Hände an den Schwager des Jakob Philipp, Matthias Söll von Aichberg.

Die Söll von Aichberg stammten wie die Söll von Teissegg aus Bruneck. Nach dem Tod des Matthias kam Rassner an seinen Bruder Paul Söll von Aichberg und danach an dessen Sohn Ferdinand, der den Ansitz Rassner 1645 samt Stadel, Stallung, Vorhof, Backofen und Badestube an Maria Mayr aus Issing, Tochter des Georg Mayr, Inwohner in Bruneck, verkaufte.  Die Behausung und Hofstatt Stöckl, die inbegriffen waren, verkaufte Maria Mayr an Blasius Pranger weiter.

Danach blieb Rassner in bäuerlichen Händen, es wird immer mehr die Bezeichnung "Rosten" gebräuchlich. Im Mariatheresianischen Kataster scheint Bartlmä Mayr als Gerhab des Peter Graber und Besitzer des sogenannten Rasnerischen Gutes auf. Graber war der Sohn des Johann Graber, Schneiders zu Reischach. 1777, bei der Geburt eines Kindes, wurde der Vater als "Soldhäusler zu Reischach" bezeichnet, bei der nächsten Geburt sind die Eltern als "Rosten zu Reischach" bezeichnet. Johann Laner, Rost zu Reischach, überlässt 1811 gemeinsam mit seiner Frau ihr gut dem Sohn Anton Laner. Nach dessen Tod verkaufen die Schwestern den Besitz 1846 an Johann Tasser, Tischlersohn von Reischach. Dessen Tochter Anna erbte Rassner oder das Rostengut, sie war mit Georg Gasser verheiratet, dem sie 1892 die Hälfte des Gutes übergab.

1917 brannte das Rostengut ab und wurde 1922 wieder aufgebaut.

Literatur:

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 414-431.