Graben

Akt:

Vormals: Via Dante.

Mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 163 vom 7. November 1966 wurde der historische Name bestätigt.

Herkunft/Erklärung/historische Belege:

"Graben" ist die historische Bezeichnung für den Bereich zwischen Häuserzeile und Hauptstraße von der Nordecke des Ursulinenklosters bis zur Rienz.

Etwa um 1330, unter Bischof Albert von Enn, wurden in Bruneck die beiden Häuserreihen, die Stadtmauer und die Verbindungsmauer mit dem Schloss fertig gebaut und der Stadtgraben angelegt, der sich vom Zwingergraben an der Südseite der Stadt (heute an der Reischacher Straße) um die Mauer herum bis zur Rienz und dann zum Oberragentor hinzog. Die Stadt war durch vier Tore zugänglich, die neben den Tortüren auch Fallgitter hatten - der Graben davor konnte durch eine Zugbrücke überquert werden.

Im Sommer 1830 wurde der untere Stadtgraben aufgefüllt. Dadurch erhielt die Stadt Bruneck eine breite Allee, die mit drei Reihen Kastanienbäumen bepflanzt wurde und den Bewohnerinnen und Bewohnern im Sommer eine angenehme Flaniermeile bot. Das Ursulinenkloster, dessen Klostermauer direkt auf dem harten Kalkfelsen aufgebaut ist, bildet über eine relativ lange Strecke die Begrenzung des Grabens. Auf das Kloster folgen bis zum Torturm des Florianitores Geschäftshäuser, Gasthöfe und Kaffeehäuser, danach wird der Graben durch Vorgärten bis zum Abschluss durch den Rundturm aus dem 15. Jahrhundert, den "Kälberskopf", stark eingeschränkt.

Auf der nördlichen Seite des Grabens stehen große stattliche Häuser: am unteren Ende das 1877 erbaute Schulgebäude, das ehemals für die Unterbringung der Knabenschule und der Realschule vorgesehen war, in dem später aber Magistratskanzleien, die Sparkasse und das Städtische Museum untergebracht waren, und in dem sich heute die Mittelschule "Karl Meusburger" befindet. Daran schließt das Gerichtsgebäude an, das 1847 als Kreisamtsgebäude erbaut wurde. Es folgt das ursprünglich um 1850 gebaute "Hotel Post", das 2004 im alten Stil erneuert wurde. Auf den Gilmplatz folgte früher das um 1890 erbaute Postamt, in dem für kurze Zeit auch das Gemeindeamt untergebracht war. Das Gebäude im sogenannten "Amtsrenaissance-Stil" mit Kuppeltürmchen wurde 1966 abgerissen, an seiner Stelle errichtete die Banca di Trento e Bolzano ein neues Gebäude. Das langgestreckte letzte Gebäude vor dem Kapuzinerplatz wurde um 1909 durch den Meraner Architekten Lun für die Stadtsparkasse Bruneck erbaut und beherbergt auch heute noch die Bank.

Quellen:

Alois Dissertori (Hg.), Schlösser, Rathäuser, Ansitze und Schulen in der Stadtgemeinde Bruneck, Innsbruck 2005. Hubert Stemberger, Bruneck und Umgebung (Südtiroler Gebietsführer 7), Bozen 1988. Johann N. Tinkhauser, Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung". Bearbeitet und kommentiert von Hubert Stemberger, Bozen 1981.

Karte: