Michael-Pacher-Straße

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Vormals: Viale Regina Elena; Bahnhofstraße.

Die Straße wurde mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 163 vom 7. November 1966 benannt, eine Richtigstellung von Michael Pacherstraße in Michael-Pacher-Straße erfolgte mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 157 vom 6. August 1992. Mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 133 vom 10. November 1977 erfolgte die Benennung Brunecks in "Michael-Pacher-Stadt".

Herkunft/Erklärung/historische Belege:

Die Straße ist nach dem Maler, Bildhauer und Altarbauer Michael Pacher (1430/35-1498) benannt.

Michael Pacher wurde zwischen 1430 und 1435 vermutlich im Pustertal geboren; genaue Lebensdaten fehlen. Erste künstlerische Anregungen erhielt Pacher in der sogenannten "Pustertaler Schule". Der Beginn seiner Werkstattlehre in Bruneck dürfte zwischen 1443 und 1445, seine Gesellenfahrt, die ihn nach Padua führte und bei der er die Kunst Filippo Lippis und das Werk Donatellos kennen lernte, dürfte um 1450 anzusetzen sein. Im Jahr 1457 wird Michael Pacher erstmals in der Issinger Kirchenrechnung als "Meister" genannt.

In Bruneck gewährte man ihm das Bürger- und Meisterrecht, hier führte er, vermutlich ab 1460, eine Werkstatt; urkundlich nachweisbar ist Pacher ab 1467. Seine Frau Ottilia stammte wohl aus Bruneck, ihre Schwester Christina war mit dem Brunecker Bürger Wilhelm Burgstaller verheiratet. In Bruneck besaß Michael Pacher ein Haus in der Stadtgasse, nämlich das Stiflerhaus Nr. 99 (heute Neuhauserhaus, Stadtgasse Nr. 29). Zwischen 1465 und 1470 reiste Pacher nach Konstanz, wo er die niederländische Malerei kennen lernte.

Obwohl Michael Pacher in Urkunden meistens als Maler bezeichnet wird, arbeitete er doch vorwiegend im Gebiet der Plastik und der Bildhauerei. Pachers Flügelaltäre gehören zu den bedeutendsten Kunstwerken der Spätgotik; er schuf Altäre für St. Lorenzen, Gries, Bozen, Tramin und Pinzon sowie zahlreiche Bildschnitzereien, wie etwas das Pacherkreuz in der Brunecker Pfarrkirche. Zu Pachers herausragendsten Werken zählen der Thomas-Becket-Altar in Graz, der Kirchenväteraltar aus dem Augustinerchorherrenstift in Neustift (Teile davon sind heute in der Alten Pinakothek in München zu sehen), und der St.-Wolfgang-Altar in St. Wolfgang (der einzige Pacheraltar, der noch vollständig erhalten ist). Noch während Pacher den heute verschollenen Michaelsaltar für die Bozner Pfarrkirche beendete, unterzeichnete er 1484 einen Vertrag über die Errichtung eines gewaltigen Hochaltars der Salzburger Pfarr-, heute Franziskanerkirche. Zunächst arbeitete er daran in seiner Werkstatt in Bruneck, im Jahr 1495 übersiedelte er nach Salzburg, um das riesige Altarwerk an Ort und Stelle zu vollenden. In Salzburg starb Michael Pacher im Juli oder im August 1498.

Der ebenfalls bekannte Maler Friedrich Pacher war vermutlich Michael Pachers Bruder; der in Bruneck erwähnte Maler und Goldschmied Hans Pacher war vermutlich dessen Sohn, also Michaels Neffe.

Quellen:

Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Dreizehnter Band Lah-Maf, Mannheim 1990. Alois Duregger, Bruneck und seine bedeutendsten Söhne (An der Etsch und im Gebirge 30), Brixen 1980. Nicolò Rasmo, Michael Pacher, Bozen 1981. Hubert Stemberger, Brunecker Buch. Festschrift zur 700-Jahr-Feier der Stadterhebung. Schlern-Schriften 152, Innsbruck 2003.

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