Michael Pacher

Seit April 2017 steht in unmittelbarer Nähe des Rathauses das Denkmal für den Brunecker Maler, Bildhauer und Altarbauer Michael Pacher (1430/35-1498). Pacher hatte vermutlich ab 1460 eine Werkstatt in Bruneck geführt, er besaß ein Haus in der Stadtgasse. Der ebenfalls bekannte Maler Friedrich Pacher war vermutlich sein Bruder, der in Bruneck erwähnte Maler und Goldschmied Hans Pacher Friedrichs Sohn und Michaels Neffe.

Das Denkmal für Michael Pacher wurde den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Bruneck zur Erinnerung an das Gedenkjahr 1998 (500. Todesjahr) vom Kiwanis Club Bruneck gewidmet, der von der Stiftung Südtiroler Sparkasse und der Gemeindeverwaltung unterstützt wurde. Es wurde von dem 1927 in Sillian geborenen Künstler und akademischen Bildhauer Jos Pirkner ausgeführt und am 9. Mai 1998 übergeben. Ursprünglich war es am Graben aufgestellt.

Formal versteht sich das Monument als moderne Laudatio an die Gotik; ein zentrales Element erinnert an einen Flügelaltar und trägt die Inschrift „1498†, Michael Pacher, pictor et sculptor, 1998“. Das Monument ist ca. 3,7 Meter hoch und ca. zwei Meter breit. Der mittlere Aufbau der in Bronze ausgeführten Skulptur zeigt drei Plastiken, die den Motiven „Kirche“, „Kunst“ und „Handwerk“ gewidmet sind:

  • Kirche: Das Schaffen Michael Pachers war geprägt von sakralem Gedankengut. Als Vertreter der Gotik schuf er wunderbare Kunstwerke (Flügelaltäre) und vermittelte auf bildhauerische Weise das Wort Gottes. Die Taufe als zentrales Thema – ein Bekenntnis zur Kirche und damit dem Beginn eines christlichen Lebens.
  • Kunst: Die Kunst im sakralen Bereich hat dank ihrer Gönner und Mäzene immer Großes geleistet; ob Architektur, Musik und bildende Kunst – so sind die wunderbaren Werke durch Jahrhunderte zum Lobe Christi entstanden. Schon von frühester Zeit her war das optische und das künstlerische Werk Vermittler zum Lob Gottes.
  • Handwerk: Ohne handwerkliche Fähigkeiten konnte in den Bereichen Architektur, Malerei und Bildhauerei das Gedankengut den Menschen niemals vermittelt werden. Das handwerkliche Können wird im Sinne der Kirche – weitab von jeder Industrialisierung – als individueller Wunsch nach dem inhaltlich Schönen erhalten bleiben.

Quelle: Dossier des Kiwanis Club Bruneck (unveröffentlicht).