Ansitz Teissegg

Adresse: Paul-von-Sternbach-Straße 10, Bruneck.

Frühere Namen:

Der Ansitz Teissegg im Brunecker Stadtteil Oberragen befindet sich in der Nähe der anderen Brunecker Ansitze Ragen und Sternbach und direkt neben dem Ansitz Einsiedl.

Erbauer war vermutlich Paul der Teisser d.Ä., ein Sohn des Achatius de Teiss bzw. de Lajan und der Katharina von Rischon aus dem Geschlecht der Edlen von St. Lamprechtsburg. 1428 scheint das Haus vor dem Teisser Baumgarten als Besitz des Jörg Winkelhofer, Richters und Amtmannes zu Anras, und seiner Frau Dorothea auf. Ende der 20er Jahre des 16. Jahrhunderts aber trat das Geschlecht der Söll auf der Teisserhube auf. Peter Söll d.Ä. brachte neben der Teisserhube auch die Steinpeunte in Dietenheim an sich. 1501 versah er das Bürgermeisteramt in Bruneck.

Sein Sohn Peter Söll d.M. erreichte 1542 die Erhebung in den Adelsstand mit Wappenbesserung mit dem Prädikat "von Teissegg". Unter Peter Söll d.J. von Teissegg wurde die Teisserhube durch fürstbischöfliches Privileg zum Adelsansitz erhoben und mit den entsprechenden Freiheiten ausgestattet. Sein Enkel Leonhard überließ Teissegg 1629 an Balthasar Gall von Einsiedl. Dieser verkaufte 1632 den Ansitz an den Fürstbischof von Brixen, der sich häufig in Bruneck aufhielt und in Teissegg residierte. Da das Haus für seinen Hofstaat wohl zu klein war, ließ er daneben ein neues Gebäude, Einsiedl, errichten. Fürstbischof Wilhelm starb 1641 in Teissegg.

Nach dem Tod des Fürstbischofs kam Balthasar von Gall wieder in den Besitz des Ansitzes samt dem neu erbauten Stock Einsiedl. 1646 wurden die Gall in die Tiroler Adelsmatrikel aufgenommen.

1795 kam Teissegg in die Hand der Klebelsberger: Christoph Leonard Alexius von Klebelsberg zu Thumburg, Stadtrichter zu Bruneck, kaufte den Ansitz von Anton Franz von Gall. Er besaß ab 1808 den Ansitz Ragen, ab 1825 den Ansitz Angerburg in Reischach und die "Engelsburg" (Einsiedl) in Bruneck. Nach seinem Tod 1828 ging der Ansitz an seine fünf Söhne über, 1850 übernahm Karl von Klebelsberg das Erbe allein. Nach dem Tod seines einzigen Sohnes Benedikt erbten die beiden Töchter Johanna und Karolina. Karolina heiratete 1872 Otto Karl von Mayrhauser zu Spermannsfeld, sie starb 1879 in Bruneck und ihr Sohn Karl von Mayrhauser war als Universalerbe eingesetzt.

Bemerkungen:

Der Ansitz samt Garten ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 172-215. Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 292f.