Stadtgasse Nr. 37, 37a; Hintergasse Nr. 15

Adresse: Frühere Hausnummern: 87, 94

Grundbuch-Nr.: 125

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt als Eigentümer für 1546 den "Zoller" Marx Puel an; für 1700 Christoph Pachinger Hueter; für 1835 Anton Mayer von Grosstein Tschanderer.

Erika Kustatscher schreibt über Marx Puel, er sei zwischen 1532 und mindestens 1550 in Bruneck dokumentiert, wo er im zweiten Stadtviertel ansässig war. Außer im Kürschnerhandwerk war er auch in der Landwirtschaft tätig. Zwischen 1539 und 1546 war Puel ordentliches Mitglied des Brunecker Stadtrates, daneben hatte er auch andere kommunale Ämter inne: Er war Viertelmeister, Wassermair, Steuereinheber und 1545-1549 Bürgermeister der Stadt.

Mariatheresianischer Kataster: Jakob Hörtmayr und Andrä Golser besitzen miteinander eine Behausung und einen Garten im Zwinger.

Erste Hälfte (unterer Teil): 1797 kauft Jakob Hörtmayr die halbe Behausung und den halben Garten von Barthlmä Golser, Schneidermeister. Danach verkaufen die vier Söhne des Jakob ihr geerbtes Besitzrecht an Fanz Unterberger, Inwohner in Bruneck. Dieser stirbt 1804 und die Witwe Anna Unterberger erbt das Nachlassvermögen. 1810 verkauft sie die halbe Behausung an ihren Sohn Johann Hell und dieser verkauft 1817 weiter an Anton Obois. Aus der Konkursmasse des Franz Hofer und der Theres Obois kauft der Lohnkutscher Josef Mayrvongrastein 1831 die untere halbe Behausung samt Stallung und Schupfe.

Mayrvongrastein stirbt 1864 und der Hausanteil fällt an seinen Sohn Johann. Nach dessen Tod als Lohnkutscher in Bruneck übernimmt sein Bruder Franz Mayrvongroßstein den Nachlass.

Zweite Hälfte (oberer Teil): 1802 verkauft Andrä Golser seine halbe Behausung samt halbem Garten an die Eheleute Christian Schifferle und Anna geborene Rifnaller. 1810 übernimmt deren Sohn Mathias Schifferle, Weberknecht, den Nachlass, und verkauft ihn 1823 an Martin Unterrainer, Zimmerknecht von Reischach.

1840 stirbt Unterrainer als Zimmermann in Bruneck und die Behausung geht an die Witwe Anna Unterrainer geborene Niederbacher über. Diese verkauft ihr Besitzrecht an den Sohn Peter Unterrainer und nach dessen Tod erbt der Neffe Peter Costabiei (1890). Danach erbt 1895 dessen Bruder Mathias Costabiei aus Wengen, der den oberen Teil an Josef Salcher in Bruneck verkauft. Dieser stirbt 1901 als Zimmermann und städtischer Arbeiter und seine Gattin Rosina Salcher geborene Huber erbt die halbe Behausung.

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 170-174.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 232f.