Alfred-Amonn-Straße

Akt:

Die Straßenbezeichnung umfasst die Gewerbefläche in unmittelbarer Nähe der Johann-Georg-Mahl-Straße, die mit Gemeindeausschuss-Beschluss Nr. 262 vom 19. Mai 2008 benannt wurde.

Herkunft:

Die Straße ist nach dem Wissenschaftler Alfred Amonn (1883-1962) benannt.

Amonn wurde am 1. Juni 1883 in Bruneck als Sohn des Kaufmanns Johann Amonn und der Anna Seebacher geboren. Er besuchte die Volksschule in Bruneck und das k.k. Gymnasium "Vinzentinum" in Brixen, wo er 1902 maturierte. Er studierte an den Universitäten von Innsbruck, München, Wien, Halle, Leipzig, Oxford und London Jus und Nationalökonomie und wurde 1907 in Wien zum Doktor der Rechts- und Staatswissenschaften promoviert.

Seine berufliche Laufbahn begann er 1907 als Assistent am Staatswissenschaftlichen Institut in Wien bei Professor Eugen Philippovich, bis er sich 1910 mit der Schrift "Objekt und Grundbegriffe der Theoretischen Nationalökonomie" in Wien habilitierte. Die weiteren Jahre verbrachte er an Universitäten auf der ganzen Welt: von 1910 bis 1912 als außerordentlicher Professor an der Universität Freiburg, von 1912 bis 1918 als Professor an der damals österreichischen Universität Czernowitz (Bukowina), dazwischen übernahm er 1913-1914 die Vertretung von Joseph Alois Schumpeter an der Universität Graz.

1920 wurde Alfred Amonn als ordentlicher Professor an die deutsche Universität Prag berufen und verbrachte von 1926 bis 1929 drei Jahre als Gastprofessor an der kaiserlichen Universität Tokio. 1929 wurde er Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Nationalökonomie an der Universität Bern, wo er bis 1953 tätig war und 1934 bis 1935 und 1943 bis 1944 das Amt des Dekans sowie 1949 bis 1950 das Amt des Rektors ausübte. 1953 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Als Publizist, Gutachter und Mitglied zahlreicher Expertenkommissionen bestimmte Amonn noch weit über seine Emeritierung hinaus das wirtschaftspolitische Geschehen der Schweiz mit.

79jährig starb er am 2. November 1962 in Bern.

Quellen:

Alois Duregger, Bruneck und seine bedeutendsten Söhne (An der Etsch und im Gebirge 30), Brixen 1980. Eduard Widmoser, Südtirol A-Z. Band 1: A-F, Innsbruck/München 1982. Informationen von Klaus Müller, Bruneck.

Karte: