Herzog-Sigmund-Straße

Akt:

Vormals: Stadelgasse / Via fienili (1945)

Die Straße wurde mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 163 vom 7. November 1966 benannt, eine Richtigstellung von Herzog Sigmundstraße auf Herzog-Sigmund-Straße erfolgte mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 157 vom 6. August 1992.

Herkunft:

Die Straße ist nach dem Erzherzog Sigmund (oder Sigismund) dem Münzreichen (1427-1496) benannt.

Sigmund gehörte der Leopoldinischen Linie der Habsburger an und wurde am 26. Oktober 1327 in Innsbruck geboren. Er war der einzige überlebende Sohn Herzog Friedrichs IV. und war noch minderjährig, als dieser starb, weshalb er bis 1446 unter die Vormundschaft des nachmaligen Kaisers Friedrich III. gestellt wurde. Da Tirol eine lukrative Einnahmequelle für Friedrich war, hielt er Sigmund bis zu seinem 19. Lebensjahr praktisch gefangen. Erst als die Tiroler Stände ihm mit Krieg drohten, ließ er den jungen Sigmund ziehen.

1446 übernahm Sigmund die Regentschaft über Tirol und Vorderösterreich, sein Regierungssitz wurde Innsbruck. Er trug bis zu dessen Tod einen Konflikt mit Nikolaus Cusanus, dem damaligen Bischof von Brixen, um die Gebiete des Inn-, Eisack- und Pustertales aus. Zu Ostern 1460 wurde Cusanus im Schloss Bruneck durch Sigmunds des Münzreichen Leute belagert und gefangen genommen.

Seinen Beinamen erhielt Sigmund durch die 1482 bis 1486 durchgeführte Münzreform. 1484 verlegte er die Tiroler landesfürstliche Münzprägestätte von Meran nach Hall in Tirol, wodurch er für diese Stadt, die vorher bereits Zentrum des Tiroler Salzhandels und der Innenschifffahrt war, den Aufstieg zur wichtigsten Handelsstadt des Landes einleitete. Sigmund gilt als Vater des in Hall 1486 erstmals geprägten berühmten Guldiners, der ein Vorbild für die gesamte Europäische Talerprägung vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurde. Im Alter wurde er zunehmend verschwendungssüchtig, sodass er auf massives Drängen der Tiroler Stände hin Tirol und die Vorlande im Jahr 1490 an Maximilian I. abtreten musste. Er starb am 4. März 1496 in Innsbruck.

Quellen:

Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Zwanzigster Band, SCI-SQ, Mannheim 1988.

Karte: