1871: Eine „Menagerie“ ist in der Stadt!

Im Juni 1871 war in Bruneck die „Menagerie“ des Thaddäus Kullmann zu Gast, eine „Sammlung wilder gebändigter Thiere, dressirt von einer jungen Dame, welche mit Löwen und Hyänen in einem Käfig manövrirt“.
Kullmann, der bereits in Brixen seine Tiere zur Schau gestellt hatte, ließ dem Brunecker Magistrat ein Zeugnis der Stadt Krainburg (Kranj im heutigen Slowenien) zukommen, wonach die „Menagerie“ ein „Muster der Reinlichkeit sowohl als auch der Dressur“ sei. In einem Brief an den Bürgermeister Johann von Zieglauer präzisierte er sein Angebot: „Die Menagerie besteht aus 2 Löwen, die schönsten Exemplare welche gezeigt werden, und 3 Wägen Thire verschiedener Gattung, wo ein Riesenbär ebenso der Sielbermann aus Afrika die besonderste Aufmerksamkeit verdient.“ Mit „Silbermann“ war wohl der im Programm erwähnte „Waldmensch“, also ein Menschenaffe, gemeint. Zum Repertoire gehörte auch ein „Königs-Adler aus den Tyroler Alpen, sehr gefährlich für Kinder.“
Während der Anwesenheit der „Menagerie“ in der Stadt wurden, wie das Programm verkündet, auch „fortwährend Affen und Vögel“ eingekauft und verkauft.