Oberragen Nr. 7, 7a

Foto: Alletto, 2013 (CC BY-SA 3.0).

Adresse: Frühere Hausnummern: 39, 120, 123

Grundbuch-Nr.: 156

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 Lienhart Khessler als Eigentümer an; für 1613 den Weißgärber Caspar Hinterburger; für 1700 den Weißgärber Abraham Puechmayr; für 1835 den Weißgärber Joseph Mutschlechner.

Erika Kustatscher schreit über Lienhart Khessler, er sei als Sohn eines Brunecker Bürger zwischen 1531 und mindestens 1550 dokumentiert und im Oberragen ansässig gewesen. Die wirtschaftliche Grundlage bot das Kürschnerhandwerk. Gut dokumentiert sei sein Engagement in kommunalen Gremien, 1532 sei ihm eine Funktion in Zusammenhang mit der Stadtwache übertragen worden. In den Amtsjahren 1542/43 und 1543/44 wurde Khessler zum Viertelmeister, 1546 und 1549 zum Wassermair gewählt.

Mariatheresianischer Kataster: Josef Kann besitzt eine Behausung und Weißgärberwerkstatt und 1 1/2 Garten.

1792 verkauft Josef Kann sein Besitzrecht an Josef Mutschlechner, Weißgärbergesellen von Montal. 1836 wird das Haus versteigert und von seiner Witwe gekauft, die es an den Sohn Franz Mutschlechner weitergibt. Beim Brand von 1836 wird das Gebäude schwer beschädigt.

Bau und Brandwehr-Ordnung für die k.k. Kreisstadt Bruneck 1838: Jos. Mutschlechner (Nr. 123).

Einquartierungsliste 1886: Haus Nr. 39, Mutschlechner Franz, Weisgärber, Raggengasse.

Als Franz Mutschlechner 1898 als Weißgärber in Bruneck stirbt, übernimmt der Sohn Johann, ebenfalls Weißgärber, die Behausung.

Bemerkungen:

Das Haus ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 238f.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 232f.