Mit dieser Bittschrift an den Stadtrat suchte der Schulmeister der Brunecker Lateinschule im Jahr 1531 an, im städtischen Spital seine täglichen Mahlzeiten zu erhalten und gemeinsam mit den Pfründnerinnen und Pfründnern essen zu dürfen.
Um die Schulen stand es, wie der Lehrer namens Ulrich Lang klagte, offenbar nicht gut, und mit dem Schulmeisteramt waren zahlreiche Pflichten sowohl in der Schule als auch in der Kirche verbunden. Im Schulhaus aber gäbe es keine Küche und keinen Herd, weshalb dort nicht einmal gekocht werden konnte. Darüber hinaus war das Holz für den Bittsteller im Vergleich zu seinem Einkommen zu teuer, da er ohnehin schon mit der Zahlung des Hauszinses belastet war.
Im selben Jahr reichte der Schulmeister eine zweite Bittschrift ein, in der er ebenfalls darauf hinwies, wie schlecht es der lateinischen Schule gehe. Da es zu wenig Schüler gebe, sei es schwierig, sich mit dem eingenommenen Schulgeld zu erhalten. Lang bat deshalb wieder um das Essen im Spital oder aber — als Alternative — um die Unterstützung mit “khorn”, was im Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine übliche Form der Sozialhilfe war. Die Empfängerinnen und Empfänger konnten Getreide in einer Mühle mahlen und von einem Bäcker zu Brot backen lassen, nahrhafte Breie und Suppen anrühren oder aber gegen andere Güter wie Kleidung oder Holz eintauschen.
Am 1. Februar 1531 beschloss der Brunecker Stadtrat, dass der Schulmeister über das Jahr verteilt acht Star Roggen, zwei Star Weizen und zwei Star Gerste als Unterstützung erhalten sollte.

