Stadtgasse Nr. 15, 15a, Groß-Gerau-Promenade Nr. 9: Brunnbäck

Foto: Alletto, 2012 (CC BY-SA 3.0).

Adresse: Frühere Hausnummern: 63, 107

Grundbuch-Nr.: 138

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt 1546 Erasmus Obersteiner, Brunnbäck, als Eigentümer an; für 1700: Herr Stephan von Wenzl oben, Katharina Söllin Bäckers Witwe; für 1835 Georg Frisch Brunbäcker.

Erika Kustatscher schreibt über Erasmus Obersteiner, Sohn des Ingenuin Peck, er sei wie sein Vater Bäcker gewesen und zwischen 1530 und mindestens 1550 in Bruneck dokumentiert (im vierten Stadtviertel). 1543 wurde ihm das Bürgerrecht verliehen. Außer aus seinem Handwerk bezog Erasmus auch aus der Landwirtschaft Einnahmen.
In vier Amtsperioden war er ordentliches Mitglied des Stadtrates (1545-51). In mehreren Amtsperioden bekleidete er kommunale Ämter: Viertelmeister, Steuereinheber und Wassermair.

Stephan Wenzl, Sohn des Pangraz Wenzl aus Tilliach, Pfleger auf Schloss Lengberg, zog als Kaufmann nach Bruneck und bewohnte das ihm gehörende Haus Nr. 107; 1586 wurde er Bürgermeister der Stadt (Stemberger/Bertel).

Mariatheresianischer Kataster: Anna Mayr besitzt 2/3 Anteile einer Behausung, eine Bäckerpfister sowie einen Garten hinter dem Haus. Maria Zwischenbrugger besitzt das übrige Drittel des Hauses.

1793 stirbt Anna geborene Mayr von Grasstein, Theresia und Georg Frisch übernehmen das Haus. 1794 wird Georg Alleinbesitzer. Er stirbt 1839 als Bäckermeister und Baumwirt und der Sohn Johann übernimmt die Behausung samt Bäckerpfister und -gerechtsame, bei der auch der Weinschank ausgeübt wird. 1876 stirbt Johann Frisch, Brunnbäcker und Wirt in Bruneck und der Nachlass fällt seinem Sohn Johann zu. Nach dessen Tod 1877 erben die vier Kinder.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 63, Frisch Johanns Kinder, Brunnbäcker, Stadtgasse.

Bemerkungen:

Das Haus ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 205-207.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 232f.

Hubert Stemberger /Robert Bertel, Die Geschichte des Ragenhauses, Bruneck o.J., S. 6.