Stadtgasse Nr. 23, Hintergasse Nr. 3a

Foto: Alletto, 2012 (CC BY-SA 3.0).

Adresse: Frühere Hausnummern: 71, 103

Grundbuch-Nr.: 134

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 Niklaus Sell, Traubenwirth, als Eigentümer an (Wirtshaus zur Weintraube); für 1700 Georg Stocker, Schuster, und Georg Gröscher, Seiler; für 1835 Ignatz von Mayrs Erben.

Erika Kustatscher schreibt über Nikolaus Söll, Sohn des Andreas, er habe ein Wirtshaus in Brixen begrieben. 1531 habe er den Antrag um Verleihung des Inkolats der Stadt Bruneck gestellt, 1538 sei ihm das Bürgerrecht verliehen worden, bis mindestens 1550 sei er als Bürger zu Bruneck (im vierten Stadtviertel ansässig) dokumentiert. 1532-1546 war er mehrfach Viertelmeister, 1535/36 und 1548/49 der von der Gemeinde bestimmte Brotschätzer. Weitere kommunale Ämter: Wassermair 1536-1539, Steuereinheber 1538, 1539 und 1546, Kirchpropst 1540-1543. In den Amtsjahren 1544/45 und 1545/46 gehörte Nikolaus Söll als ordentliches Mitglied dem Brunecker Rat an.

Mariatheresianischer Kataster: Anton Haberstroh besitzt eine Behausung.

1803 kauft Josef Tinkhauser, Seilermeister in Bruneck, von Haberstroh, ebenfalls Seilermeister in Bruneck, die Behausung. Haberstroh hat die eine Hälfte von seiner Mutter Anna geborener Gratscherin, die andere Hälfte von den Eheleuten Anton und Helene Harasser gekauft. 1806 kauft Johann Georg Helfer, Hutermeister in Bruneck, von Tinkhauser die Behausung, und aus dessen Konkursmasse erwirbt sie 1809 Johann Konrad Sartor, Rosenwirt in St. Lorenzen. Dieser verkauft sein Besitzrecht an Franz Walde, Seifensieder in Bruneck, weiter, und aus dessen Konkursmasse ersteigert Johann Gfader, Stadtmetzger in Bruneck, 1833 die Behausung.

Gfader tritt sein Besitzrecht an Therese von Wallpach geborene von Vintler ab, und diese wiederum tauscht die Behausung mit Josefa von Mayr geborener Hosp gegen das Haus Nr. 44 (heutige Nummerierung).

1858 scheint der Seifensieder Johann Walde als Besitzer der Behausung auf, 1865 wird diese öffentlich versteigert und Waldes Frau Ursula geborene Huber kauft die Liegenschaft. 1896 verkauft sie ihr Besitzrecht an den Sohn Hermann Walde.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 71, Walde Ursula, Seifensieder.

Bemerkungen:

Das Haus ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 197f.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 232f.