Stadtgasse Nr. 25, 25a, Hintergasse Nr. 3b

Foto: Alletto, 2012 (CC BY-SA 3.0).

Adresse: Frühere Hausnummern: 73, 102

Grundbuch-Nr.: 133

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 den Bürgermeister Primus Sell als Eigentümer an; für 1700 Michl Kümerle, Schneider, und Michl Landschnegg, Kürschner; für 1835 Georg Mayr Strutzer und Anton Zung Büchsenmacher.

Erika Kustatscher schreibt über Primus Söll, den Sohn Oswalds, er sei zwischen 1531 und 1550 als Bürger zu Bruneck dokumentiert, wo er im vierten Stadtviertel ansässig war. Seine Lebensgrundlage bildete der Ertrag von Liegenschaften und Renten. Zwischen 1530 und 1542 gehörte er dem Stadtrat als ordentliches Mitglied an, daneben hatte er andere kommunale Ämter inne (Steuereinheber 1531-1541, Bürgermeister 1526/27, 1532/32 und 1545/46).

Mariatheresianischer Kataster: Josef Kimmerle besitzt eine halbe Behausung und einen Garten im Zwinger. Johannes Schöpfer besitzt die andere halbe Behausung.

Erste Hälfte: 1790 verkauft Josef Kimmerle, Schneidermeister in Bruneck, seine halbe Behausung an den Sohn Josef Kimmerle. 1817 stirbt dieser ebenfalls als Schneidermeister und die Tochter Maria erbt den väterlichen Nachlass. Nach deren Tod 1832 erbt ihr Mann Georg Mayr, Fleischer in Bruneck, die halbe Behausung, und nach dessen Tod 1850 geht der väterliche Nachlass an die Kinder über. 1867 übernimmt der Sohn Nikolaus, Bahnarbeiter in Bruneck, die halbe Behausung und verkauft sie 1873 an die Eheleute Josef Salcher, ebenfalls Bahnarbeiter, und Barbara geborene Kofler.

1877 verkaufen die Eheleute Salcher ihr Besitzrecht an Maria Schönbichler, Krämerstochter in Bruneck.

Zweite Hälfte: 1792 verkaufen die Gläubiger des Johann Schöpfer nach dessen Tod die halbe Behausung an Anton Schöpfer und seine Frau Katharina geborene Eppacher. Nach dem Tod der Katharina wird ihr Mann, Büchsenmacher in Bruneck, Alleineigentümer der halben Behausung. 1831 verkauft dieser an Anton Zung, ebenfalls Büchsenmacher in Bruneck. Nach dessen Tod 1860 übernimmt der Sohn Johann den Nachlass. 1869 verkauft Johann, Büchsenmacher in Bruneck, sein Besitzrecht an Gertraud Auer verehelichte Schönbichler, Händlerin aus Ahrn. Diese stirbt 1890 und es erbt die Tochter Maria, die mit dem Handelsmann Steger in Sand in Taufers verheiratet ist. Nach deren Tod in Sand in Taufers erben 1894 die noch lebenden fünf Kinder.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 73, a. Auer Gertraud Handlung, b. Schönbichler Maria verehelichte Steger, Stadtgasse.

Bemerkungen:

Das Haus ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 193-196.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 232f.