Stadtgasse Nr. 28, Raingasse Nr. 49

Adresse: Frühere Hausnummern: 78, 31

Grundbuch-Nr.: 45

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 den Sattler Thoman Klain als Eigentümer an; für 1700 den Schuhmacher Michael Stifler; für 1835 den Tagwerker Johann Auer.

Erika Kustatscher schreibt über Thomas Klein, Sohn des Michael, er sei zwischen 1530 und 1543 als Bürger zu Bruneck dokumentiert. Er war wie sein Vater als Sattler tätig und wurde mitunter auch nach diesem Handwerk benannt. Zusätzliche Einnahmen bezog er aus der Landwirtschaft. In den Amtsjahren 1532/33 und 1534/35 war er Viertelmeister, 1536-1538 Wassermair. 1534 und 1534 wurde er in spezielle Ausschüsse gewählt.

Mariatheresianischer Kataster: Sebastian Pito und Josef Stüfler, Schuhmacher, besitzen miteinander eine Behausung und einen Garten hinter dem Haus.

Obere Hälfte: 1784 stirbt Sebastian Pito, Inwohner in Bruneck. Sein Sohn Andrä erbt das Besitzrecht und verkauft dieses 1808 an Johann Trenker, Maurermeister in Bruneck. Dieser stirbt 1819 und sein Sohn Johann, ebenfalls Maurer, übernimmt den Nachlass. Im gleichen Jahr verkauft er das Besitzrecht an den Buchbinder Alois Valtiner, der wiederum an Georg Gröbner verkauft (1820). Gröbner verkauft an die Eheleute Michael Renner, Säckler in Bruneck, und Notburga geb. Rienzner. Diese verkaufen 1824 an Sebastian Schönhuber, Weber in Bruneck. Schönhuber verkauft die halbe Behausung 1826 an Johann Auer von Taufers, der Nachlass kommt an seinen Sohn Johann, Zimmermann in Bruneck, der 1868 stirbt. Erbin ist seine Mutter, die Witwe Agnes Auer geb. Acherer. Diese verkauft die obere halbe Behausung 1869 an Elisabeth Mutschlechner verehelichte Trompedeller.

Untere Hälfte: 1791 stirbt Josef Stifler, Inwohner und Schuhmachermeister in Bruneck. Sein Sohn Johann übernimmt den väterlichen Nachlass und verkauft die halbe Behausung 1796 an Georg Seyr. Dessen Erbin Maria Seyr verkauft sie an Johann Gargitter (Inwohner in Bruneck) von Ehrenburg, der sie wiederum an Maria Rauter von Dietenheim weitergibt. Diese verkauft die Realität an Agnes Haidacher von Bruneck, und diese verkauft sie an Georg Unterberger, Güterbesitzer in Stegen. Unterberger, Inwohner in Bruneck, stirbt 1838, die Witwe überlässt 1854 dem Sohn Franz den Nachlass. Dieser verkauft 1860 die untere Behausung an Christian Bacher, Obsthändler in Bruneck, der 1862 stirbt. Elisabeth Mutschlechner verehelichte Trompedeller ist die Universalerbin seines Nachlasses, beide Hausteile sind in ihrer Hand vereinigt. 1886 verkauft sie die Behausung an Josef Schönhuber.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 78, Trompedeller Cristian, Oebstler, Stadtgasse.

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 40-44.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 228f.