Stadtgasse Nr. 45a, 45b, 45c, 45d; Hintergasse Nr. 23, 23a, 23b: Sonnenwirt

Adresse: Frühere Hausnummern: 97, 72, 73

Grundbuch-Nr.: 101

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 Caspar Sell, Sonnenwirth, als Eigentümer an ("Vormals 3 Häuser"); für 1700 Johann Puel, Sonnenwirth; für 1835 Johann Stemberger, Sonnenwirth.

Mariatheresianischer Kataster: Georg Engl besitzt zwei zusammengebaute Behausungen und einen Garten im Zwinger. Georg Engl besitzt die sogenannte Rainerische Behausung.

1805 verkauft Georg Engl, Bürger des Rats und Sonnenwirt zu Bruneck, sein Besitzrecht an den drei Häusern sowie einem Futterhaus mit Stadel und Stallung im Plarer an Johann Stemberger aus Defereggen, Wirt und Gastgeber in Feld. 1824 baut er eine Brauerei (an der Stelle des späteren Hotels "Europa" und Rathauses) und nach seinem Tod 1843 übernimmt sein Sohn Johann das Unternehmen. Dessen Bruder Josef übernimmt die der "Sonne" auf der anderen Straßenseite gegenüberliegende Brauerei Kirchberger. Johann hat vier Töchter, nach seinem Tod geht die "Sonne" samt Stadel und Stall, Angerle im Plarrer und der sich dort befindenden Brauerei an die Tochter Maria über. Bis etwa 1850 hält vor der "Sonne" der k.k. Postwagen an.

Marias jüngste Schwester Anna Stemberger heiratete den Fremdenverkehrspionier Franz Hellensteiner aus Innichen, während Maria selbst sich mit Franz Steger verehelicht. Die Brauerei heißt deshalb zuerst "Brauerei Franz Steger" und danach "Brauerei Wwe. Maria Steger".

Einquartierungsliste 1886: Nr. 97, Steger Maria geborene Stemberger, Sonnenwirth.

1888 verkauft Maria die Wirtsbehausung "zur goldenen Sonne" an Peter Mair von Dietenheim, 1893 wird dessen Besitz öffentlich versteigert. Alois Frisch, Sägenbesitzer zu St. Georgen, erwirbt den Gasthof.

Literatur:

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 152-154.

Hubert Stemberger, Als Bruneck noch Bier braute, in: Pustertaler Zeitung 2. Jg. (1990), Nr. 25, S. 39-42.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 230f.