Stadtgasse Nr. 52, Raingasse Nr. 25

Adresse: Frühere Hausnummern: 102, 44

Grundbuch-Nr.: 58

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 Wolf Sell den Jüngern als Eigentümer an; "bey ihm Christoph Reuperger Schneider, verdächtig wegen Luthertum". Für 1700 nennt Tinkhauser den Tagwerker Georg Rieder, für 1835 Simon Lanners Zimmermanns Erben.

Erika Kustatscher schreibt über Wolfgang Söll d.J., den Sohn Oswalds, er sei zwischen 1530 und mindestens 1550 dokumentiert. Mit ihm dürfte jener Wolfgang Söll zu identifizieren sein, dem um 1548 das Brunecker Bürgerrecht verliehen wurde. Ab 1550 gehörte er als ordentliches Mitglied dem Brunecker Stadtrat an, zugleich war er Brotschätzer.

Mariatheresianischer Kataster: Franz Lahner und Hans Trencker besitzen miteinander eine Behausung und einen Garten hinter dem Haus.

Erste Hälfte/unterer Teil: 1796 stirbt Franz Lahner, Inwohner in Bruneck, und der Sohn Simon übernimmt die halbe Behausung.

Zweite Hälfte/oberer Teil: 1793 stirbt Maria geborene Knoll, Ehewirtin des Hanns Trenker, die die obere halbe Behausung (sog. "Leitgöbsche Behausung") von Josef Vöstner, Hecher zu Moos, gekauft hat. 1801 übernimmt ihr Sohn Johann die halbe Behausung. Diese wird 1813 von Andrä Wieland an Simon Lanner, Zimmerer in Bruneck, geschenkt; wahrscheinlich hat er sie von Johann Trencker gekauft.

Simon Laner, Zimmermeister und Hausbesitzer in Bruneck, stirbt 1835; 1842 überlässt sein Sohn Georg, Schneidermeister in Biala, seiner Schwester Maria Laner das Mitbesitzrecht. Maria, verheiratet mit Martin Habicher, Rader in Bruneck, verkauft die Behausung 1846 an Johann Zehenthofer, Wachsler und Lebzelter in Bruneck. Dieser verkauft sein Besitzrecht an Karl Oberhollenzer und Elisabeth geborene Marcher, Eheleute und Hausierer aus Sand in Taufers. Diese verkaufen 1851 an die Schwestern Walburg und Maria Bacher, Obsthändlerinnen in Bruneck, weiter.

Walburga verehelicht sich mit Michael Brunner und verkauft deshalb der Schwester ihr Mitbesitzrecht. Als diese 1881 stirbt, geht der Nachlass an die Kinder ihrer Schwägerin Anna Bacher Wwe. Markart verehelichte Lercher über, die das Haus 1899 versteigern lassen.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 102, Brunner Nothburgs Erben, Stadtgasse.

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 73-75.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 228f.