Stadtgasse Nr. 60, Raingasse Nr. 19

Adresse: Frühere Hausnummern: 110, 48

Grundbuch-Nr.: 62

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 Christoph von Winkelhofers Erben als Eigentümer an, "nachmals Gebhartisch"; für 1613 weist er Frau Witwe von Rubl aus, für 1700 Herrn Veit Franz von Gall, für 1835 Johann Gasteiger Privat und Johann Thalers Uhrmachers Erben.

Erika Kustatscher schreibt über Christoph Winkelhofer, Sohn Georgs und der Dorothea Prack, er sei zwischen 1524 und 1532 in Bruneck dokumentiert, mitunter als Bürger dieser Stadt. Formell wurde er 1545 in den Adelsstand des Reiches erhoben. 1527 wurde seiner Gemahlin ein bevorzugter Kirchenstuhlplatz zugeteilt, Christoph selbst gehörte dem Kreis jener Brunecker gehobenen Standes an, die im Haus des Veit Söll verkehrten. Im Amtsjahr 1531/32 gehörte er dem Brunecker Stadtrat an, 1532 war er Steuereinheber, 1533 Kirchpropst.

Mariatheresianischer Kataster: Josef Gasteiger und Kaspar Mayrginter besitzen miteinander eine Behausung und einen Garten hinter dem Haus.

Erste Hälfte (unterer Teil): Nach dem Tod des Kaspar Mayrginter, Inwohners in Bruneck, übernimmt sein Sohn Simon, Bortenwirker in Bruneck, die obere halbe sogenannte Kumlische Behausung. 1794 verkauft er sein Besitzrecht an den Schwager Jakob Pergmann, Inwohner zu Bruneck, der es wiederum an Thomas Salchner, Stadtzimmermeister, weiterverkauft. Dieser verkauft es 1801 an Peter Unteregger, Inwohner und Maurer in Bruneck, und dieser gibt es an seine Tochter Maria Unteregger weiter (1819). Maria Unteregger heiratet Johann Thaler von Lamprechtsburg, Uhrenmacher und Strutzer in Bruneck, und verkauft die untere halbe Behausung an Anton Aigner, Posamentierer in Bruneck.

Aigner, jetzt Bäckermeister, stirbt 1841 in Bruneck und sein Sohn Josef übernimmt die Realitäten. Nach dessen Tod 1854 übernimmt der Bruder Anton Aigner das halbe Haus und verkauft die untere halbe Behausung 1861 an Michael Jaufenthaler, Fuchsenmichelesohn in Bruneck, weiter. Dieser verkauft das Besitzrecht 1869 an Anna Manukredo.

Zweite Hälfte (oberer Teil): Josef Gasteiger, Bürger und Hausbesitzer, stirbt 1798 in Bruneck. Seine Töchter Margareth und Anna verkaufen ihr Besitzrecht an Anna Schrafl verehelichte Manukredo (1844). Diese stirbt 1893 in Pergine und die einzige Tochter Johanna Manukredo erbt den Nachlass.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 110, Manukredo Anna, Stadtgasse.

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 86-89.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 228f.