Stadtgasse Nr. 76, Raingasse Nr. 3

Adresse: Frühere Hausnummern: 121, 56

Grundbuch-Nr.: 81

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt als Eigentümer für 1546 den Schlosser Hanns Mader an; für 1700 den Büchsenmacher Valtin Hölzl; für 1835 Johann Egger und Joseph Schuster, Tagwerker.

Erika Kustatscher schreibt über Johann Mader, er sei zwischen 1528 und 1548 in Bruneck dokumentiert, wo er im zweiten Stadtviertel ansässig war. Seit 1534 ist er in den Quellen als Bürger fassbar. Seine wirtschaftliche Grundlage bildete das Schlosserhandwerk. Auf kommunaler Ebene engagierte er sich durch die je einmalige Teilnahme an gemeinsamen Sitzungen von Rat und Gemeinde in den Jahren 1531 und 1536. In mehreren Amtsperioden wurde er zwischen 1533 und 1548 zum Viertelmeister gewählt.

Mariatheresianischer Kataster: Josef Kreutzer besitzt ein halbes Häusl (unteren Teil) und zwei Gärten im Zwinger. Die Jakob Obereggerischen 2 Töchter besitzen das andere halbe Häußl.

Erste Hälfte (unterer Teil): Nach dem Tod des Josef Kreutzer bleibt das halbe Haus im Besitz der Witwe Maria Weiß und kommt danach an die beiden Töchter, deren eine, Elisabeth, ihr Mitbesitzrecht an die andere, Maria verehelichte Egger, überlässt (1828). 1836 stirbt Maria Kreuzer und der Witwer Johann Egger, Nachtwächter in Bruneck, zahlt die Erben aus. Danach verkauft er 1851 sein Besitzrecht an Leopold Neumair, Kleinviehschlächter in Bruneck. Dieser verkauft es 1868 an Alois Müller und dessen Ehefrau Genovefa geborene Peintner weiter. Die Eheleute Müller geben den Besitz 1883 an Markus Frenes, Fütterer beim Obermutschlechner in Stegen, und an Rosa Thum weiter. 1894 geht das Mitbesitzrecht der Rosa Thum auf ihren Mann Markus Frenes über.

Zweite Hälfte (oberer Teil): Besitzerein ist 1795 Barbara Peintner, Ehefrau des Josef Schuster. 1839 stirbt sie und ihr Sohn Simon Schuster übernimmt den Nachlass. 1854 stirbt Simon als Taglöhner in Bruneck und der Nachlass geht an den Sohn Franz Schuster über. 1868 verkauft Franz sein Besitzrecht an die Eheleute Franz Mair und Nothburga geborene Auer, welche es 1871 an Franz Peter Niederbacher, "Rainer Peterle" in Bruneck, verkaufen. Dieser verkauft 1874 an die Tochter Aloisia Niederbacher und deren Ehemann Giazinto Cremes, Arbeiter bei der Eisenbahn in Bruneck. Letzterer stribt 1893 als Partieführer bei der Südbahn.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 121, Niederbacher Aloisia, Müller Alois, Stadtgasse.

Literatur:

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 110-113.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 230f.