Beim Grebmer, Aschgut, sogenannter Ansitz Asch

 

Adresse: Herzog-Diet-Straße Nr. 42, Dietenheim.

Frühere Namen:

Das Aschgut gehörte vermutlich mit den Häusern Steiner (heute Kröll) und Hintersteiner zum Besitz der Herren von Dietenheim, die seit der Mitte des 12. Jahrhunderts als Brixner Ministeriale urkundlich verbürgt sind. Ab 1445 ist die Bezeichnung "Halblehen zu (am) Asch" belegt, zu diesem Lehen gehörte auch ein Baumannsgut "im Baumgarten", das 1445 Jakob Kirchmair, Bürger in Bruneck, innehatte.

Im Baumgarten wurde im 16. Jahrhundert ein Ausschank eingerichtet, der bis 1673 in Betrieb blieb. Als Inhaber des Baurechtes werden verschiedene "Schenken" aufgeführt, wobei der Name als Berufsbezeichnung zu verstehen ist.

1587 hatte Sebastian Obermair, Zimmermann in Dietenheim, das Gut von Christian (II.) Kirchmair von Ragen zu Lamprechtsburg gepachtet, die Obermair saßen auf dem benachbarten Oberempichlgut. 1614 wurden die Grundrechte und Zinse aus dem Halblehen zu Asch dem Brixner Hof- und Lehensrichter Hans Jakob Söll von Aichberg zu Neuhaus und seiner Kirchmair'schen Verwandtschaft verliehen.

1675 übernahm Andrä Benedikt (I.) von Hebenstreit, ein Bruder der Maria Johanna Wwe. Söll von Aichberg, das Aschgut. Es kommt zu mehreren Besitzwechseln, bis Johann Jakob von Hebenstreit zu Glurnhör und Mohrenfeld das Halblehen zu Asch und das Gut im Baumgarten an den Landgerichtsschreiber der Herrschaft Michelsburg Johann Baptist Tschusy verkauft.

Das Aschgut wechselt abermals den Besitzer und geht wohl in die Hände der Freiherrn von Sternbach über. 1768 verkauft Andreas Freiherr von Sternbach seinem Schwager Josef Antonin von Grebmer, oö. Regimentsrat und Kreishauptmann im Wipp- und Pustertal, das Halblehen zu Asch samt der Baumanngerechtigkeit "im Baumgarten".

Von Grebmer ist der erste Kreishauptmann im Pustertal seit der Kreiseinteilung 1754, er verlegt seinen Amtssitz in das Aschgut. 1811 geht sein Nachlass an den Sohn Josef Ludwig über. Dieser ist Advokat, Mitglied des Großen Ausschusses in Innsbruck und Postmeister in Bruneck; er ist mit Elisabeth von Steyrer zu Riedburg, der Tochter des Franz Georg, oö. Postmeisters zu Bruneck, verheiratet. Josef Ludwig wohnt im Ansitz in Dietenheim; nach seinem Tod 1845 geht dieser an den Sohn Eduard Josef von Grebmer zu Wolfsthurn über.

Bemerkungen:

Der Ansitz ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

  • Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 216-243.
  • Paul Kofler/Hans Grießmair/Gunther Waibl, Dietenheim. Höfe, Ansitze, Museum, Dietenheim 1981, S. 60, S. 85.