Söllweg

Soellweg 2

Akt:

Der Weg wurde mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 163 vom 6. November 1966 benannt.

Herkunft:

Der Weg ist nach dem Geschlecht der Söll benannt.

Das Geschlecht der Söll (oder Sell) ist eine der ältesten bürgerlichen Familien in Bruneck und ist mit Heinrich dem Sell, auch Amser genannt, seit 1375 nachweisbar. Mit seinen zwei Söhnen Lienhart und Erasmus teilte sich das Geschlecht in zwei Hauptlinien, die nach ihren Wappen als "Ochsen-Söll" und "Eichel-Söll" bezeichnet werden, mit mehreren Nebenlinien. Aus dem Geschlecht der Söll stammten in der Folgezeit vier Schlosshauptmänner, sechs Stadtrichter, drei Oberamtspfleger und von 1426 bis 1609 vierundzwanzig Bürgermeister von Bruneck.

Erasmus (der Stammvater der "Eichel-Linie") und seine Vettern Primus und Caspar Söll stifteten 1450 das Söll-Benefizium im alten Spital. Erasmus' Sohn Sigmund erhielt von Kaiser Friedrich 1466 ein besonderes Wappen und mit dem Prädikat "von Aichberg" den Adelsstand; um 1600 wurde das Schloss Neuhaus von den "Eichel-Söll" erworben. Die "Ochsen-Söll" hingegen kamen in den Besitz des Ansitzes Teissegg. Peter Söll der Ältere war 1501 Bürgermeister von Bruneck, Peter Söll der Mittlere nahm an den Türkenkriegen teil und wurde 1542 vom Kaiser mit dem Prädikat "von Teissegg" in den Adelsstand erhoben. Peter Söll der Jüngere erreichte beim Brixner Bischof, dass Teissegg zum Adelssitz erhoben wurde. Leonhard Söll von Teissegg verkaufte schließlich 1629 den Ansitz und zog nach Villach. Der in Tirol verbliebene Zweig der Söll starb 1824 in Bruneck aus.

Quellen:

Bezirksgemeinschaft Pustertal (Hg.), Unser Pustertal in Vergangenheit und Gegenwart, Bozen 2009. Alois Dissertori (Hg.), Schlösser, Ansitze und Schulen in der Stadtgemeinde Bruneck, Innsbruck 2005. Hubert Stemberger, Brunecker Buch. Festschrift zur 700-Jahr-Feier der Stadterhebung. Zweite Auflage, durch zahlreiche Abbildungen, Literaturhinweise, eine Zeittafel und ein Register ergänzt von Alois Dissertori (Schlern-Schriften 152), Innsbruck 2003. Hubert Stemberger, Bruneck und Umgebung (Südtiroler Gebietsführer 7), Bozen 1988. Hubert Stemberger, Das Alte Spital in Bruneck, Bruneck 1987. Johann N. Tinkhauser, Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung". Bearbeitet und kommentiert von Hubert Stemberger, Bozen 1981.

Karte: