St.-Nikolaus-Straße

St. Nikolaus Strasse

Akt:

Die Straße wurde mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 163 vom 6. November 1966 benannt, eine Richtigstellung von St. Nikolausstraße in St.-Nikolaus-Straße erfolgte mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 157 vom 6. August 1992.

Herkunft:

Die Straße ist nach dem Kirchenpatron von Stegen, dem Heiligen Nikolaus, benannt. Dieser ist der Patron der Kinder, Jungfrauen, Chorknaben, Schüler und Lehrer, der Bauern, Fischer, Seefahrer, Apotheker, Bäcker, Metzger, Müller, Bierbrauer, Schnapsbrenner, Fassbinder, Kerzenzieher, Parfumfabrikanten, Richter, Rechtsanwälte, Spitzen- und Tuchhändler, Weber, Messdiener, Pilger, Reisenden, Wirte, Weinhändler, Gefangenen sowie von Russland und Lothringen, er sorgt für eine glückliche Heirat, hilft bei der Wiedererlangung gestohlener Gegenstände und ist Helfer bei Wassergefahren und Seenot. Sein Festtag ist der 6. Dezember.

Nikolaus von Myra war im 4. Jahrhundert n.Chr. ein Bischof in Myra in Kleinasien. Er war mildtätig und verschenkte sein gesamtes Erbe und Vermögen an die Armen. Unzählige Legenden ranken sich um ihn, in den meisten spielt er die Rolle eines Wohltäters an Kindern, anderen Schwachen oder Hungerleidenden. Ein zweiter Nikolaus, der Abt des Klosters von Sion und Bischof von Pinara war und 564 starb, war ebenfalls für seine Mildtätigkeit berühmt. Vermutlich verschmolzen die beiden Namensvettern in einem Erinnerungsstrang.

Da Nikolaus unter anderem auch Schutzpatron bei Wassergefahren ist, sind viele Kirchen am Wasser - wie auch die Kirche zum Heiligen Nikolaus in Stegen - dem Heiligen geweiht. Andere Patrone der Kirche sind Sylvester, Simon und Juda. An der linken Innenseite des Chores befindet sich ein Wandgemälde von Hans von Bruneck vom Anfang des 15. Jahrhunderts, das die Legende des Heiligen darstellt.

Quellen:

Karl Gruber, Südtiroler Heiligenhimmel. Namenspatrone in der heimischen Kunst, Bozen 1991. Maria Hilber Mutschlechner, 1000 Jahre Stegen, Bruneck [1996]. Josef Weingartner, Die Kunstdenkmäler Südtirols. Band 1: Eisacktal, Pustertal, Ladinien, Bozen 1985.

Karte: