Graben Nr. 12, 12a, 12b, 12c, Hintergasse 20, 20a

Adresse: Frühere Hausnummern: 77, 78, 79, 137

Grundbuch-Nr.: 106

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 als Eigentümer von Nr. 77 (1834) Paul Wenkh, von Nr. 78 Hanns Retzer an. 1700 ordnet er die Hausteile dem Tischler Bernhard Wagmeister sowie Ursula Markhin zu; 1835 dem Freiherrn Johann von Sternbach.

Erika Kustatscher gibt zu Paul Wenkh an, er sei zwischen 1532 und mindestens 1550, 1548 als Inwohner in Bruneck dokumentiert. Zunächst sei er im Oberragen, ab 1549 im vierten Stadtviertel sesshaft gewesen.

Mariatheresianischer Kataster: Barthlmä Mutschlechner besitzt eine Behausung und einen Garten im Zwinger. Die Josef Unterprangerische Wittib besitzt eine Behausung und einen Garten im Zwinger.

Erstes Haus: 1787, nach dem Tod des Barthlmä Mutschlechner, Inwohners in Bruneck, übernimmt der Neffe Josef Mutschlechner den Nachlass, der das Besitzrecht an Anton Erlacher, Inwohner in Bruneck, verkauft. Erlacher stirbt 1801 und dessen Gattin Maria geborene Haidenberger erbt seinen Nachlass. Sie verkauft ihr Besitzrecht 1815 an den Vetter Georg Tinzl, Maurergesellen in Bruneck, und dieser gibt es wiederum an Maria und Margreth Haidenberger, seine Basen, zurück.

Die Schwestern Maria und Margreth verkaufen danach an den Vetter Thomas Zeßmair aus Onach (1816), und Jakob und Maria Zößmair verkaufen 1831 unter der Vormundschaft von der Witwe des Thomas die Behausung an Johann Freiherrn von Sternbach.

Zweites Haus: 1794 kaufen die Eheleute Josef Lerchner, Boznerbote, und Barbara geb. Strigl von den Josef Unterprangerischen Erben die Behausung. Fünf Kinder übernehmen nach deren Tod den Nachlass gemeinschaftlich und 1829 übernimmt der Boznerbote Johann Lercher von seinen Geschwistern die gesamte Behausung, deren Besitzrecht er 1831 an Johann Freiherrn von Sternbach verkauft.

Beide Behausungen sind damit in der Hand des Freiherrn von Sternbach vereinigt. 1849 verkauft dieser die mittlerweile zusammengebauten Häuser an Willibald Joch von Sillian, und nach dessen Tod verkaufte der Vater Johann Baptist Joch das Besitzrecht an Katharina Witwe Mumelter geborene Forcher aus Bozen. Diese stirbt 1857 und ihren Nachlass erbt Heinrich Mumelter, Güterbesitzer in Bozen. Dieser verkauft an Josefa Schedl verehelichte Mayr, und nach dessen Tod erben vier Kinder gemeinschaftlich.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 137, Mayer Josefa geborene Schedl, Am Graben.

1893 wird das Haus versteigert. Camilla Meyer verehelichte Pircher, Advokatensgattin in Brixen, und Josef Meyer, Landwehr-Oberlieutnant in Innsbruck, erwerben das alleinige Besitzrecht, das sie 1894 an Albina von Zieglauer geborene Brigl, Apothekersgemahlin in Bruneck, verkaufen.

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 329-333.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 230f.