Paul-von-Sternbach-Straße Nr. 12, 12b, 12c: Ansitz Einsiedl, „Engelsburg“

Ansitz Einsiedl-Engelsburg

Grundbuch-Nr.: 8, 9

Frühere Namen:

Der Ansitz im Brunecker Stadtteil Oberragen liegt in der Nähe des Ansitzes Teissegg und wird vor allem seit dem 18. Jahrhundert oftmals als "Engelsburg" bezeichnet. Das Gebäude entstand zumindest in seiner heutigen Form als frühbarocker Bau in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts auf Betreiben des Brixner Fürstbischofs Wilhelm von Welsberg, der mit Vorliebe in Bruneck residierte. Da der Ansitz Teissegg für seinen Hofstaat zu wenig Platz bot, ließ der Bischof südlich davon den neuen Ansitz Ansiedel/Einsiedl bauen.

Balthasar von Gall kaufte 1644 von seinem Nachfolger Fürstbischof Johann Platzgummer die Ansitze Teissegg und Einsiedl. Bis 1825 blieb Einsiedl im Besitz der Familie. 1826 verkauften die Anton von Gall'schen Erben die "Engelsburg"-Behausung samt Pfister und Gemeindestückl, Garten und Baumanger an Christoph von Klebelsberg, gewesenen Stadtrichter von Bruneck. 1870 ging die "Engelsburg" im Zuge der Realitätenteilung an Johanna Bossi von Fedrigotti geborene von Klebelsberg in Rovereto über. Nach ihrem Tod erbten die drei Kinder Luise, Nikolaus und Theresia gemeinschaftlich.

Erklärung:

Die Namen "Einsiedl" und "Ansiedel" werden in der Literatur nebeneinander verwendet.

Bemerkungen:

Der Ansitz samt Wirtschaftsgebäuden und Garten ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 102-106. Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 294f.