Stadtgasse Nr. 64, Raingasse Nr. 15

Adresse: Frühere Hausnummern: 114, 50

Grundbuch-Nr.: 75

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 Michl Parth, Bildschnitzer, als Eigentümer an; für 1700 Mathias Owexer, Schlosser; für 1835: Johann Lanner, Kaminkehrer.

Erika Kustatscher schreibt über Michael Parth, er sei zwischen 1528, dem Jahr seiner Einbürgerung, und mindestens 1550 als Bürger zu Bruneck dokumentiert, wo er im zweiten Viertel ansässig war. Er dürfte bereits seit ca. 1510 als Bildschnitzer tätig gewesen sein, das Handwerk bildete seine wirtschaftliche Grundlage.
Ein überaus starkes Engagement zeigte er in der Brunecker Kommunalpolitik, insbesondere als ordentliches Mitglied des Stadtrates in elf Amtsperioden zwischen 1530 und 1546. 1538 wurde er als Mitglied des Ausschusses genannt. In mehreren Perioden hatte er kommunale Ämter inne: Er war Brotschätzer, Zeugmeister und Steuereinheber.

Mariatheresianischer Kataster: Michael Happacher und Peter Harrasser besitzen eine Behausung und einen Garten hinter dem Haus.

Erste Hälfte/unterer Teil: Georg Schöpfer stirbt 1812 als Inwohner in Bruneck und vermacht seinen Nachlass der Witwe, dem Bruder Matthias Schöpfer, sowie den Söhnen des Josef namens Johann und Alois Schöpfer. 1829 stirbt Margareth Wwe. Schöpfer geborene Rindler und Johann Schöpfer übernimmt die untere halbe Behausung. Im gleichen Jahr verkauft er die Realitäten an Johann Lahner, Rauchfangkehrer in Bruneck, weiter. Dieser überlässt 1875 dem Sohn Anton Lahner, Rauchfangkehrermeister, die untere halbe Behausung. 1897 stirbt Anton und der Nachlass geht an seinen Sohn Florian.

Zweite Hälfte/oberer Teil: 1795 scheint Michael Happachers Witwe als Besitzerin auf, 1800 Theresia geborene Happacher, verehelicht mit Andrä Lahner. 1817 geht der Besitz auf Andrä Lahner, Kaminfeger, über. 1830 kann seine Tochter Maria den Nachlass übernehmen, 1844 verkauft sie ihr Besitzrecht an Johann Gasser, Einwohner in Bruneck.

Johann Gasser, Melbler zu Bruneck, verkauft das Besitzrecht 1849 an Georg Polser, Maurergeselle von Moos, und seine Frau Agnes Pichler, Schmiedtochter in Unterwielenbach. Diese verkaufen es 1853 an die Eheleute Sebastian Schönhuber, Weber in Bruneck, und Maria geborene Pertinger weiter. 1858 verkaufen diese das Besitzrecht ihrem Sohn Sebastian und 1860 verkauft dieser es an Josef Neumair, Strutzer, weiter. 1899 wird dessen Nachlassvermögen versteigert und die Witwe übernimmt dieses gemeinsam mit der Tochter. 1899 kann Maria Neumair, die Tochter, Alleinbesitzerin der halben Behausung werden, und 1901 verkauft sie ihr Besitzrecht an Florian Laner, der somit das gesamte Haus besitzt.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 114, a. Neumair Josef, b. Laner Anton, Kaminfeger, Stadtgasse.

Literatur:

Erich Egg, Eine Pustertaler Altarwerkstatt am Ende der Gotik. Michael Parth und Nikolaus von Bruneck, in: Veröffentlichungen des Museum Ferdinandeum, Bd. 42 (1962), 93-110.

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 92-95.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 230f.