Sogenannter Ansitz Mairamhof

 

Adresse: Herzog-Diet-Straße 32, Dietenheim

Frühere Namen:

Mairamhof war einer von vier Mairhöfen in Dietenheim. Er findet sich bereits im görzischen Urbar von 1299 verzeichnet. 1358 scheint ein Perchtold der Maier von Dietenheim auf, 1421 in einem Urbar Simon Mair als Inhaber. 1496 begegnet Hans am Hof zu Dietenheim, 1519 als Lehensträger Sigmund Prenner, Mair am Hof. 1528 ist Wolfgang Jöchl Lehensträger, er und Sigmund Prenner aber verkaufen den Hof ihrem Vetter und Schwager Peter Söll (d.M.) von Teissegg zu Bruneck.

Nach einer wechselhaften Besitz- und Lehengeschichte verleiht 1659 Erzherzog Ferdinand Karl den Mairamhof an Rochus Mathioli, seinen Leib- und Hofchirurgus. 1688 kauft Anton Wenzl zum Stock und Freiherr von Sternbach das Gut, das Haus wird zu einem herrschaftlichen Gebäude ausgebaut. Anton selbst wohnt im Palais Sternbach in Bruneck.

1794 kommt Mairamhof kaufsweise an Jakob Mutschlechner, vorher Bauer am Braitenberg bei St. Lorenzen und Roch zu Stegen. Jakob verstirbt 1827 und gibt die Ansitze Sonneg, Mairamhof und Morberg an seinen Sohn Anton weiter.

1922 geht der sogenannte Ansitz Mairamhof in die öffentliche Hand über und wird zunächst Sitz der Landwirtsschaftsschule. Heute ist Mairamhof Sitz des Südtiroler Landesmuseums für Volkskunde.

Erklärung:

Wie alle Mair-Höfe (man verwende die mundartl. Lautform Moar) hatte auch der Moar in Dietenheim die Aufgabe, die Abgaben der Bauern für die Grundherrschaft des Hochstiftes Brixen einzusammeln. Der Name geht zurück auf die Bezeichnung majordomus ‚Gutsverwalter’ der mittelalterlichen Kanzleisprache. Die Mair-Höfe waren steuerfrei. Der Moar am Hof sammelte die Abgaben der Bauern für die Grundherrschaft der Vorderen Grafschaft Görz.

Bemerkungen:

Der Hof ist denkmalgeschützt (externer Link zum MonumentBrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

  • Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 300-326.
  • Mairamhof, in: Paul Kofler / Hans Grießmair / Gunther Waibl, Dietenheim. Höfe - Ansitze - Museum, Bruneck 1981, 167-172.