Von-Troyer-Straße

Akt:

Die Straße wurde mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 17 vom 18. Februar 1970 benannt, eine Richtigstellung von Troyerstraße in Von Troyer-Straße erfolgte mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 162 vom 11. Oktober 1979. Eine erneute Richtigstellung in Von-Troyer-Straße erfolgte mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 157 vom 6. August 1992.

Herkunft:

Die Straße ist nach dem Adelsgeschlecht der von Troyer benannt.

Die Troyer stammten aus Luxemburg und kamen Mitte des 15. Jahrhunderts nach Tirol, und zwar nach Obervintl, St. Moritzen bei Taufers und Innichen. Ein Christoph von Troyer scheint 1547 als in St. Georgen ansässig auf und führte die Prädikate "von Ansheim, Aufkirchen und Gissbach".  Durch Heiraten mit Margaretha von Mairhoffen und später mit Margareth von Koburg und Anger kam er in Besitz der Ansitze Gremsen und später Gissbach. 1546 hatte er mit seinen Brüdern von Kaiser Karl V. den Reichsadel erhalten.

Sein Sohn Christoph II. diente einige Jahre am Hof des spanischen Königs, kehrte dann auf den Ansitz Gissbach zurück und wurde Pfleger von Taufers. Dessen Sohn Cyriak I. von Troyer ließ die Kapelle im Ansitz Gissbach errichten, Cyriaks Sohn Cyriak II. war Kaiserlicher Rat und Kämmerer und starb 1687. Im Jahr 1696 verlieh Kaiser Leopold dem Sohn Cyriaks II., Franz Anton, gegen Lehensauflassung seines Schlosses Gissbach einen Burgfrieden mit niederer Gerichtsbarkeit und den anderen üblicherweise zugehörigen Rechten. Weiters wurde Franz Anton 1697 in den Freiherren- und Grafenstand erhoben.

Auf Veranlassung seines geistlichen Sohnes Josef Cyriak konnte Franz Anton 1703 den heiligen Leib der Märtyrerin Justa von Innsbruck nach Gissbach überführen, der sich heute noch in der Kirche von St. Georgen befindet. Franz Anton starb 1712, die beiden Ansitze kamen nun in wechselnden bäuerlichen Besitz. Im 18. Jahrhundert verschwinden die Namen der Edlen von Troyer ganz aus dem Bereich der Pfarrei Gais und somit auch aus St. Georgen. Die Nachkommen der Familie haben weggeheiratet oder sind ausgewandert, an die Herren von Troyer erinnert der heute nur noch selten gebrauchte Name "Herrenhaus" für den Ansitz Gissbach.

Quellen:

Aufzeichnungen des Franz Treyer, St. Georgen. Michael Mitterhofer (Hg.), St. Georgen an der Ahr im Spiegel seiner Geschichte. Dorfbuch, St. Georgen 1985. Johann N. Tinkhauser, Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung". Bearbeitet und kommentiert von Hubert Stemberger, Bozen 1981.

Karte: