Stadtgasse Nr. 11, 11a, 11b

Foto: Alletto, 2012 (CC BY-SA 3.0).

Adresse: Frühere Hausnummern: 59, 109, 110, 111

Grundbuch-Nr.: 140

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 Peter Sellens Erben (Haus mit Gütern), Balthasar Kherbler und Hanns Mayrs Erben als Eigentümer dreier Häuser (Nr. 109-111) an. Für 1700 nennt er den Kaufmann Abraham Semblrockh, den Schuster Peter Oberparleiter und Caspar Sölls Erben; für 1835 schließlich den Kaufmann Franz Etel als Alleinbesitzer.

Erika Kustatscher schreibt über Peter Söll d.Ä., er sei - als Sohn Leonhards und der Anna an der Lucken - zwischen ca. 1490 und 1539 als Bürger von Bruneck dokumentiert. 1501 erhielt er von König Maximilian eine Wappenbesserung mit goldener Krone auf dem Helm.
1522 empfing er vom Hochstift Brixen das Gut Steinpeunte in Dietenheim, den nachmaligen Ansitz Sonnegg, zu Lehen. Peter Söll d.J. sei zwischen 1528 und 1544 in Bruneck dokumentiert, 1542 wurde er in den Adelsstand erhoben. Er war im vierten Stadtviertel ansässig. 1539 kaufte er das Gut Mair am Hof zu Dietenheim. Im Amtsjahr 1538/39 war er Steuereinheber in Bruneck.

Balthasar Körbl ist erstmals 1532 greifbar. Für 1541 ist sein Inwohnerstatus in Bruneck belegt, 1544 erhielt er das Bürgerrecht, bis mindestens 1550 ist er hier dokumentiert. In drei Amtsperioden war er 1547/48, 1548/49 und 1550/51 ordentliches Mitglied des Stadtrates. In den Amtsjahren 1543/44 und 1545/46 war er jeweils einer der Viertelmeister. Johann Mair ist zwischen 1510 und 1531 als Bürger zu Bruneck dokumentiert. 1519 begegnet er als Brudermeister der Sebastiansbruderschaft."

Mariatheresianischer Kataster: Franz Pachlechner besitzt eine Behausung und zwei Gärten im Zwinger. Valentin Lanzenberger besitzt eine Behausung und ein Gartl im Zwinger. Ignatz Ostermann, Buchbinder, besitzt eine Behausung.

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1787 stirbt Franz Bachlechner, Senior des Rates in Bruneck, und die Behausung erbt der Sohn Franz. 1797 erbt dessen Sohn Franz, der sie 1801 an seinen Bruder Alois Bachlechner, Chorregenten in Bruneck, verkauft. Alois verkauft an Franz Ettl, Kaufmann in Bruneck, weiter.

Die zweite Behausung besitzt 1796 Josef Ettl. Dieser hinterlässt 1814 vier Kinder, und 1850 scheint Franz Ettl als Besitzer des Hauses auf.

Das dritte Haus gehört 1801/02 Ignatz Ostermann. 1814 gehört das sogenannte "Buchbinderhaus" zum Nachlass des Josef Ettl und kommt 1822 in den Alleinbesitz des Franz Ettl, Kaufmann in Bruneck.

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Alle drei Häuser bilden danach eine Einheit und kommen nach dem Tod des Franz Ettl 1861 an dessen Sohn Franz. 1873 verkauft Franz Ettel, Handelsmann in Bruneck, sein Besitzrecht an Johann Webhofer, Handelsmann in Sillian. 1883 stirbt dieser, und der Sohn Josef erhält die in Bruneck befindlichen Realitäten samt Warenlager und Mobilien.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 59, Webhofer Josef, Handelsmann.

Bemerkungen:

Das Haus ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Paul Tschurtschenthaler, Brunecker Heimatbuch, Bruneck 1928, S. 40.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 211-213.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 232f.