Pfarrplatz

Akt:

Der Name Pfarrplatz / Piazza Parrocchia ist für das Jahr 1945 belegt.

Der Name des Platzes wurde im Gemeinderatsbeschluss Nr. 157 vom 6. August 1992 festgehalten.

Herkunft:

Der Pfarrplatz ist der Platz vor der Pfarrkirche "Unserer Lieben Frauen Himmelfahrt".

Vermutlich stand hier im ursprünglichen Dorf Ragen bereits vor der Gründung der Stadt Bruneck eine Kirche oder zumindest eine Kapelle. Urkundlich erwähnt wird eine Kirche jedoch erstmals in einem Ablassbrief von 1334. Da das Gebäude für eine Stadt bald zu klein wurde, erbaute man an seiner Stelle in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts eine größere dreischiffige romanische Kirche mit zwei Fassadentürmen, die 1381 eingeweiht wurde. Der Steinmetz Valentin Winkler aus Pfalzen begann Anfang des 16. Jahrhunderts (um 1515) dann mit dem Bau einer neuen Pfarrkirche im gotischen Stil, die sogar den Großbrand von 1723 unbeschadet überstand.

Diese Kirche scheint gegen Ende des 18. Jahrhundert nicht mehr dem Zeitempfinden entsprochen zu haben, weshalb man sich  an den Bau einer neuen Pfarrkirche nach den Plänen des Bruneckers Jakob Philipp Santer machte. Chor und Sakristei der vorigen Kirche blieben bestehen, das Langhaus hingegen wurde komplett neu errichtet, die Kirche 1793 eingeweiht. Durch einen Brand wurde sie jedoch 1850 zerstört, worauf man nach Plänen des Wiener Architekten Hermann von Bergmann die bis heute bestehende Pfarrkirche im frühen neuromanischen Stil baute, die 1853 fertiggestellt wurde. Von 1974 bis 1977 wurde das klassizistisch-nazarenisches Gesamtkundwerk aufwändig restauriert. Im Inneren finden sich unter anderem Wandmalereien von Georg Mader (Kunstmaler aus Steinach), das berühmte Kruzifix von Michael Pacher, und ein Grabdenkmal in Bronze von Hans Reichle (einem süddeutschen und Tiroler Bildhauer und Architekten).

Quellen:

Bezirksgemeinschaft Pustertal (Hg.): Unser Pustertal in Vergangenheit und Gegenwart, Bozen 2009. Josef Weingartner, Die Kunstdenkmäler Südtirols. Band 1: Eisacktal, Pustertal, Ladinien. Siebte Auflage, Bozen 1985.

Karte: