Max-Valier-Straße

Akt:

Die Benennung einer Straße nach Max Valier wurde eigentlich bereits mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 162 vom 11. Oktober 1979 beschlossen, doch gab es effektiv bis 2009 keine solche Straße. Mit Gemeindeausschussbeschluss Nr. 222 vom 4. Mai 2009 wurde die Straße nach Valier benannt.

Herkunft:

Die Straße ist nach dem Astronomen, Schriftsteller und Raketenforscher Max Valier (1895-1930) benannt.

Max (eigentlich Maximilian) Valier wurde am 9. Februar 1895 in Bozen geboren. Nach dem Besuch des Franziskanergymnasiums in Bozen studierte er ab 1913 Astronomie, Meteorologie, Mathematik und Physik an der Universität Innsbruck. 1915 wurde er zum österreichischen Militär eingezogen, wo er anfangs als Wetterbeobachter, später in der Luftaufklärung mittels Fesselballons und ab 1917 in der Flugzeugerprobung diente. Seine Studien nahm Valier nach Kriegsende nicht mehr auf, sondern er arbeitete als Wissenschafts- und Science-Fiction-Autor. So veröffentlichte er unter anderem die Erzählung "Spiridion Illuxt", in der er die Atombombe vorhersah.

Durch Hermann Oberths Buch "Die Rakete zu den Planetenräumen" wurde Valier 1923 dazu inspiriert, eine allgemein verständliche Abhandlung zur Raumfahrt zu schreiben, die 1924 unter dem Titel "Der Vorstoß in den Weltenraum" erschien und ein großer Erfolg wurde: Bis 1930 erschienen sechs Auflagen. Ende 1927 konnte Valier nach vielen Enttäuschungen in dem Autoindustriellen, Sportsmann und Rennfahrer Fritz von Opel einen finanzkräftigen Förderer für die Verwirklichung seiner Pläne gewinnen. Mit ihm konstruierte er 1928 einen von Pulverraketen betriebenen Rückstoßversuchswagen, 1928-29 einen von Pulverraketen betriebenen Schlitten, der unbemannt eine Geschwindigkeit von 380 km/h erreichte, und er erprobte Flüssigkeitsraketen für den Fahrzeugantrieb.

Am 17. Mai 1930 starb Max Valier durch eine Explosion während des Probelaufs einer Rakete in Berlin, und er gilt somit als erstes Todesopfer der Raumfahrt.

Quellen:

Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Dritter Band BED-BRN, Mannheim 1987. Eduard Widmoser, Südtirol A-Z. Band 4: O-Z, Innsbruck/München 1995.

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