Ansitz Mohrenfeld, Widum

Aufhofen Ansitz Mohrenfeld Ansitz Mohrenfeld - Bibliothek + Widum

Adresse: Aufhofner Straße Nr. 11, Aufhofen.

Frühere Namen:

Mohrenfeld ist der bescheidenste der Aufhofener Ansitze. Das sogenannte Magein-Gut (Magiein, Magien) gehörte am Anfang des 16. Jahrhundert dem Jörg Gössel von Welsberg. 1512 wurde Sigmund Prenner von Bruneck mit dem Gut belehnt, der es an Wolfgang Jöchl verkaufte. Nach dessen Tod ging der Ansitz an seinen Schwiegersohn Pankraz Rasner über. 1555 wurde der Lehensbrief um das Magein-Gut auf den Namen Hans vom Kreuz und Jakob Han von Hanberg, den damaligen Pfleger auf der Lamprechtsburg, ausgestellt. Durch die Heirat von Euphemia Jöchl mit Christoph Rumbl von Lichtenau, Pfleger zu St. Michelsburg, Amtmann zu Bruneck und Viertelhauptmann im Pustertal, kam das Gut schließlich an die Rumbl.

Erbweise kam danach Sigmund Söll in den Besitz (1595). 1650 bis 1688 war Hans Viktor von Rost zu Aufhofen, Kehlburg und Schrottwinkel Inhaber. Unter Hans Viktor von Rost wurde das Magein-Gut zu einem adeligen Ansitz ausgebaut. Um 1688 verkaufte er das Gut an Johann Jakob von Hebenstreit zu Glurnhör.

Johann Jakob von Hebenstreit richtete 1691 eine Bittschrift an den Fürstbischof, der die Befreiung und Eximierung der Behausung bewilligte und sie zu einem Ansitz mit dem Prädikat "Mohrenfeld" erhob - die Hebenstreit durften sich ab jetzt "von und zu Mohrenfeld" nennen.

Nach den Hebenstreit wurden die Herren von Vogl für etwa dreißig Jahre Inhaber von Ansitz Mohrenfeld. Josef Anton Vogl von Hart war Stadtphysikus in Bruneck. 1781 erhielt er von Kaiser Josef II. den Adelstitel mit dem Prädikat "Edler von Hart und Mohrenfeld" verliehen. Von Vogl starb 1803, nachdem ihm Georg Hauninger, Kaltenhauser und Unterwinkler zu Aufhofen 1791 den Ansitz abgekauft hatte.

Später scheint Georg Niederwanger als Besitzer auf, danach saßen mehrere Inhaber auf dem Gut. Mohrenfeld, im 19. Jahrhundert häufig als Rostengut bezeichnet, wurde 1833 versteigert. Besitzer wurden nun der Kunstmaler Anton Bachlechner und seine Frau Anna Steiner. Letztere verkaufte den Ansitz samt Garten schließlich an die St.-Katharina-Kirche in Aufhofen, das Gebäude wurde danach als Priesterwohnung und Schulhaus verwendet.

Bemerkungen:

Der Ansitz ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 47-73.