Stadtgasse Nr. 33, 33a; Hintergasse Nr. 11

Adresse: Frühere Hausnummern: 83, 96

Grundbuch-Nr.: 127

Frühere Namen:

Mariatheresianischer Kataster: Die Josef Fritzische Deszendenz besitzt zwei Behausungen: eine vor- und eine rückwärts (Graben Nr. 28).

Das Haus scheint 1546 im Besitz des Caspar Sell auf. Erika Kustatscher schreibt über ihn, Sohn des Andreas, er sei zwischen 1530 und mindestens 1550 als Bürger zu Bruneck dokumentiert, wo er im vierten Stadtviertel ansässig war. Kaspars wirtschaftliche Grundlage bildete der Ertrag seiner Liegenschaften und Renten. Zu 1545 liegt ein Hinweis auf Aktivitäten im Handel vor. Zwischen 1534 und 1537 war er ordentliches Mitglied des Stadtrates.

1620 gehörte das Haus dem Apotheker Anton Zeffer, 1700 dem fürstlichen Hofrat Johann von Zephyris (ehemals Zeffer). 1785 waren die Familien Fritz und Puel Besitzer, 1798 Johann Anton Puel. 1811 kaufte Josef Wachter, Handelsmann in Bruneck, das "Buel'sche, ehemals Fritzische Handlungshaus" samt Kaufmannsladen und Gewölbe, 1815 verkaufte er die Realitäten an Josef und Mathias Waitz weiter.

Nach dem Tod des Mathias erbte sein Bruder Josef Waitz das Miteigentumsrecht, und nach dessen Tod erbte die Witwe Josefa Waitz geborene Call dessen Anteil. 1850 verkaufte die Witwe das Handlungshaus, zu dem bereits damals das "rückwärtige" Haus gehörte, das mit einem Durchgang über die Hintergasse verbunden war, an Alois Jakob Hölzl.

Hölzl gründete 1840 sein Geschäft mit Lebensmitteln, Stoffen und Kurzwaren. Er starb 1895, nachdem er den Besitz an seinen Sohn Johann vererbt hatte.

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 178-180.

150 Jahre Kaufhaus A.J. Hölzl in Bruneck, in: Pustertaler Zeitung, 2. Jg. (1990), Nr. 23, S. 28.