Stadtgasse [Nr. 6], Raingasse Nr. 71: Athesia Buch

Adresse: Frühere Hausnummern: 54, 19

Grundbuch-Nr.: 1650

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt als Eigentümer für 1546 den Goldschmied Hanns Puechhauser an (zwei Häuser); für 1700 Michl Mayrhofner Kachler, und Priester Engl; für 1835 Georg Tinkhauser, Wirth und Seiler.

Karl Franz Zani gibt zu Gilg Puechhauser an, er sei bereits 1478 erwähnt, Bürger von Bruneck gewesen und habe zwei Söhne, Hans und Wolfgang, sowie eine Tochter (Katharina) hinterlassen, die mit Vinzenz Lebenpacher, dem Sohn des Malers Friedrich Pacher, verheiratet war. 1507 übergab "Gilg Goldschmied" dem Bürgermeister ein neues silbernes Stadtsiegel. Er besaß 1514 zwei Häuser in Bruneck.

Erika Kustatscher schreibt über Johann Puechhauser, Sohn des Ägidius (Gilg) und der Dorothea, er sei zwischen 1528 und 1549 in Bruneck dokumentiert, das Bürgerrecht habe er aber erst 1535 erhalten. Von Beruf Goldschmied, verfügte Puechhauser auch über einen ansehnlichen Besitz an landwirtschaftlich nutzbaren Liegenschaften und Gülten. 1533/34, 1537/38 und 1539/40 bekleidete er als Viertelmeister ein kommunales Amt.

Mariatheresianischer Kataster: Anton Wück besitzt eine Behausung, ein kleines Gärtlein und einen Garten am Schloßrain.

Anton Wick, Inwohner und Hafnermeister, stirbt 1798 in Bruneck. Die von ihm 1755 von Josef Mößl erworbene halbe Behausung (den oberen Teil) übernimmt Josef Holzfeind, Sohn der Ursula Wick. Holzfeind kann nach dem Tod von Franz Gebaur 1799 auch den unteren Teil der Behausung übernehmen. 1806 tauscht er die Behausung samt Garten und dem eingemauerten Sechtkessel in der oberen Kuchl an Georg Tinkhauser gegen die halbe Behausung Nr. 21 (heutige Nr. 8) samt halbem Garten.

Georg Tinkhauser, Seilermeister, stirbt 1853 in Bruneck. Josef Tinkhauser übernimmt den väterlichen Nachlass.

Einquartierungsliste 1886: Nr. 54, Tinkhauser Josef, Stadtgasse.

Nach dessen Tod 1890 übernehmen seine Kinder Georg (Seilermeister) und Maria das väterliche Erbe. Maria überlässt 1890 ihren Anteil dem Bruder.

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 9-11.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 228f.

Paul Tschurtschenthaler, Brunecker Heimatbuch, Bruneck 1928, S. 39.

Karl Franz Zani, Silbernes Stadtsiegel von Bruneck (1507), in: Der Schlern, 55. Jg. (1981), 417.