Herzog-Diet-Straße Nr. 1: Niedermair

 

Adresse: Frühere Hausnummer: 22

Frühere Namen:

Der Niedermairhof war als Maierhof im Gegensatz zu Mairamgraben, Mairambach und Mairamhof frei von fremder Grundherrschaft.

Bereits 1304 ist Bertholdus villicus de Dietenheim (als Mair zu Dietenheim) belegt. 1358 begegnet Perchtold der Mair von Dietenheim als Zeuge, 1366 Perchtold der Niedermair als Kirchpropst. 1391 scheint Valentin Mair von Dietenheim auf, ebenso 1397 und 1431. 1447 begegnet Sigmund der Niedermayr zu Dietenhaim, 1519 hingegen Oswald von Lafai, Niedermair. 1536 ist Jörg Lafaier Niedermair in Dietenheim, 1560 Christan Lafaier, 1593 Sigmund Lfayer, der 1597 (?) stirbt.

1610 zinst Sigmund Piffrader jetzt Valtein, Niedermair, 1646 ist Martin Niedermair Kirchpropst. 1665 ist Augustin Hueber Niedermair, Bürger und Rat in Bruneck und ein Sohn des Christoph Hueber und der Margareth Tinkhauserin. Nach Augustins Tod erbt der Sohn Andreas den Hof, auf ihn folgt Josef Andreas. Der nächste Erbe, Josef, bleibt vielleicht ledig, und seine Schwester Agnes übernimmt 1776/77 den Hof.

Agnes und ihr Mann Franz Mair haben einen Sohn, Johann, der 1800 heiratet, und dessen Sohn Johann, ein Vertreter des Bauernstandes beim Landtag in Innsbruck, heiratet 1847. Dessen Sohn, Johann, verheiratet sich vor 1880, und der Sohn Franz übernimmt nach ihm den Hof.

Erklärung:

Wie alle Mair-Höfe (man verwende die mundartl. Lautform Moar) hatte auch der Moar in Dietenheim die Aufgabe, die Abgaben der Bauern für die Grundherrschaft des Hochstiftes Brixen einzusammeln. Der Name geht zurück auf die Bezeichnung majordomus ‚Gutsverwalter’ der mittelalterlichen Kanzleisprache. Die Mair-Höfe waren steuerfrei.
Der Niedermoar sammelte die Abgaben der Bauern für die Grundherrschaft des Gerichtes Michelsburg, dann für die des Klosters St. Georg am Längsee.

Literatur:

Anna Maria Hinterlechner-Lechner, Der niedere Mayrhof in Dietenheim. Eine Hof- und Familienchronik, Dietenheim 2013 (unveröff. Manuskript).

Paul Kofler/Hans Grießmair/Gunther Waibl, Dietenheim. Höfe, Ansitze, Museum, Dietenheim 1981, S. 113-116.