Johann-Tinkhauser-Straße

Johann-Tinkhauser-Strasse 2

Akt:

Die Straße wurde mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 163 vom 6. November 1966 benannt, eine Richtigstellung von Johann Tinkhauserweg in Johann-Tinkhauser-Straße erfolgte mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 157 vom 6. August 1992.

Herkunft:

Die Straße ist nach dem Goldschmied, Sammler und Chronisten Johann Nepomuk Tinkhauser (1787-1844) benannt.

Tinkhauser wurde am 9. Mai 1787 in Bruneck geboren und kam mit 15 Jahren nach Brixen, um dort das Goldschmiedehandwerk zu lernen. Nach Abschluss der Lehre machte er sich, wie damals bei Handwerksgesellen üblich, auf Wanderschaft, bevor er nach Bruneck zurückkehrte. Dort hatte seine Mutter ein Haus gekauft, das Tinkhauser später übernahm. 1818 heiratete er Maria Piffrader, mit der er drei Kinder bekam.

Im Seeböckhaus hatte er seine Goldschmiedewerkstatt, beschäftigte sich aber auch mit vielen anderen Dingen: Er war Stempelschneider, Maler, Zeichner, Radierer sowie Sammler, und installierte in Bruneck und Umgebung, im gesamten Puster- und teilweise im Eisacktal über 120 Blitzableiter. Von 1822 bis 1824 war Tinkhauser Bürgermeister von Bruneck. Er verfasste die "Geschichtlichen Nachrichten von der k. k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", eine von ihm selbst illustrierte und mit 1834 datierte Chronik, in der er sich mit den im Stadtarchiv verwahrten Quellen befasste. Die Handschrift ist eine umfassende Geschichte der Stadt Bruneck, sie setzt bei der Vorgeschichte ein und schildert die Zustände und die Entwicklung der Stadt in der Römerzeit, im Mittelalter und in der Neuzeit bis in die 1830er Jahre.

Tinkhauser verfasste auch eine Familiengeschichte. Seine variantenreiche Kunstsammlung bildete den Grundstock für das 1912 gegründete Brunecker Stadtmuseum.

Am 30. August 1844 starb Johann Nepomuk Tinkhauser in Bruneck.

Quellen:

Almanach 2005. Jahresbericht der Stiftung Südtiroler Sparkasse, http://www.stiftungsparkasse.it. Alois Duregger, Bruneck und seine bedeutendsten Söhne (An der Etsch und im Gebirge 30), Brixen 1980. Stefan Lechner (Hg.), Der lange Weg in die Moderne. Geschichte der Stadt Bruneck 1800-2006, Innsbruck 2006.

Karte: