Josef-Bachlechner-Straße

Akt:

Die Straße wurde mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 163 vom 6. November 1966 benannt, eine Richtigstellung von Josef Bachlechnerstraße in Josef-Bachlechner-Straße erfolgte mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 157 vom 6. August 1992.

Herkunft:

Die Straße ist nach dem Bildhauer, Maler, Altar- und Krippenbauer Josef Bachlechner sen. (1871-1923) benannt.

Bachlechner wurde am 28. Oktober 1871 als drittältester Sohn des Gerbermeisters Ludwig Bachlechner in Bruneck geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Meran ging er nach Gröden, um dort das Schnitzen zu erlernen, und besuchte dann für ein Jahr die Fachschule für Holzschnitzerei in Bozen. Er bekam eine Anstellung als Ornamentiker beim Kunsttischler und Altarbauer Barth. Von dort aus kam er 1888 in die Lehre des akademischen Bildhauers Josef Diechtl in Hall in Tirol, wo er als Geselle bis 1896 blieb, abgesehen von einem einjährigen Studienaufenthalt in Rom 1892-93. Auf Anraten von Defregger besuchte Bachlechner nun die Komponierklasse in Bildschnitzerei an der Kunstakademie München, bevor er wieder zu Diechtl zurückkehrte und dessen Werkstatt übernahm. Nun begann seine schöpferische Tätigkeit als Altar- und Krippenbauer, Bildschnitzer und Maler.

Bachlechners Altäre und geschnitzten Kruzifixe erregten beträchtliches Aufsehen; er bekam sogar Aufträge aus Amerika, und fertigte Altäre bzw. Kanzeln für zahlreiche Kirchen an: Bachlechners Werke finden wir beispielsweise in Feldthurns, Pedroß, Oberwielenbach, Navis, Rein in Taufers, St. Andrä in Kärnten, Hall, Matrei, Leisach, Tramin. Zu Bachlechners Werken gehören auch mehrere Kolossalkruzifixe, eines davon steht am Bergisel in Innsbruck, ein anderes in Navis. Der Künstler gestaltete auch das Titelblatt des Reimmichl-Kalenders, das dieser bis heute beibehalten hat.

Bachlechners Krippenfiguren und Madonnenstatuen sind überall in den Alpenländern zu finden, eine besonders schöne Madonnenstatue ist die Immaculata im Brunecker Ursulinenkloster. Seinen Lebensabend widmete der Künstler dem Bau von Weihnachtskrippen. Am 9. Jänner 1923 wurde er von Papst Pius XI. zum Ritter des Gregoriusordens ernannt.

Bachlechner starb am 17. Oktober 1923 in Hall in Tirol. Auch sein Sohn Josef Bachlechner jun. (1921-1979) wurde ein bekannter Bildhauer.

Quellen:

Alois Duregger, Bruneck und seine bedeutendsten Söhne (An der Etsch und im Gebirge 30), Brixen 1980. Stefan Lechner (Hg.), Der lange Weg in die Moderne. Geschichte der Stadt Bruneck 1800-2006, Innsbruck 2006. Eduard Widmoser, Südtirol A-Z. Band 1: A-F, Innsbruck-München 1982. sagen.at

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