Herzog-Diet-Straße 26: Sogenannter Ansitz Morberg

Grundbuch-Nr.: 16

Frühere Namen:

Morberg gilt als ältestes Haus in Dietenheim, im Mauerwerk ist eine Art Wehranlage aus dem späten 14. Jahrhundert erkennbar.

1519 wird Peter Söll zu Mor genannt, 1557 wird das Adelsprivileg von König Ferdinand I. für Hieronymus Mor ausgestellt; die Mor können sich danach nach ihren beiden Ansitzen "Mor von Sonnegg und Morberg" nennen. Es gibt im 16. Jahrhundert offensichtlich zwei getrennt voneinander stehende Häuser, die von einer Ringmauer umgeben sind: Sonnegg (oben, vorher "Steinpeunte" genannt) und Morberg (unten). Karl von Mor, der in Morberg wohnt, hinterlässt seinem Sohn Ferdinand Mor zu Sonnegg und Morberg dieses Haus. Bestandsmann ist 1615 Hieronymus Huber.

Um 1650 kaufen die Brüder Anton und Rudolf Söll von Teissegg zu Steinburg den Ansitz Morberg, Anton leistet den Lehenseid an das Haus Österreich. Ein zweiter Lehensbrief wird 1678 seinem Sohn Veit Sigmund Söll von Teissegg zu Steinburg ausgestellt. Von diesem geht das Lehen an Franz Josef Söll von Teissegg zu Steinburg über, von diesem wiederum an den Sohn Augustin Kassian, und danach an dessen Sohn Johann Nepomuk. Wer allerdings tatsächlich in Morberg gewohnt hat, ist unklar, hielten sich die Söll doch lieber im komfortableren Ansitz Steinburg in Aufhofen auf.

1819 verkauft Johann Nepomuk Söll von Teissegg zu Steinburg und Morberg den Ansitz an den Besitzer von Mairamhof in Dietenheim Jakob Mutschlechner, der mit seiner Familie in Mairamhof wohnen bleibt. Nach seinem Tod gehen alle Realitäten an seinen Sohn Anton über, der Morberg 1848 an die Geschwister Maria, Sebastian, Simon und Agnes Peintner, Schneiderkinder in Dietenheim, verkauft. 1867 wird Sebastian Peintner Alleinbesitzer, nach seinem Tod wird Agnes alleinige Besitzerin von Morberg. Diese überlässt das Gut 1880 ihrem Neffen Peter, von Beruf Lehrer in Bruneck. Nach dessen Tod 1896 gehen die Realitäten an seinen Sohn Peter und dessen noch minderjährige Geschwister. 1914 wird Peter Alleineigentümer von Morberg, 1916 geht der Besitz an seine Frau über.

Bemerkungen:

Der Ansitz ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 327-341. Paul Kofler/Hans Grießmair/Gunther Waibl, Dietenheim. Höfe, Ansitze, Museum, Dietenheim 1981, S. 103-105.