Ansitz Ansiedl, Ansiedel

 

Adresse: Aufhofner Straße Nr. 17, Aufhofen.

Frühere Namen:

Der Ansitz stammt in der Originalstruktur wohl noch aus dem 12. Jahrhundert, als das Haus Sitz des bischöflichen Amtmannes und des Bischofs bei dessen Aufenthalten war. Erst mit der Erbauung der Burg und Stadt Bruneck verlor Aufhofen als Verwaltungszentrum seine Bedeutung. Konrad von Aufhofen wurde die Burg Ansiedl zu Grabdenkmal für Dionys (I.) von Rost an der Kirche von AufhofenLehen übergeben, nachdem das Amtgericht samt Urbarverwaltung nach Bruneck übersiedelt war.

1384 verkaufte Hanns der Rinckwein von Aufhofen das Ansiedl seinem Freund Nikolaus dem Juden von St. Martin. Das Gut kam danach an die Heuss von Mühlbach. 1514 starb Sigmund Heuss als Letzter seines Namens. 1502 hatte er Ansiedl seinem Vetter Hans (I.) von Rost verkauft.

Die Rost waren Dienstleute des Stiftes Sonnenburg und zeitweise Richter in Enneberg sowie Pfleger der Herrschaft Uttenheim. Hans (I.) war nachweislich zu Aufhofen ansässig. Unter Hans (II.) von Rost wurde das Haus zwischen 1534 und 1540 neu aufgebaut. 1592 wurde Hans Gaudenz (I.) von Rost zu Aufhofen, Kehlburg und Schrottwinkel mit Ansiedl belehnt. Seine Enkel wurden 1680 in den Freiherrenstand erhoben. Franz Gottlieb von Rost zu Aufhofen und Kehlburg war der letzte Lehensträger von Ansiedl aus der Rost-Familie.

Grabstein für Regina von Hebenstreit an der Pfarrkirche von AufhofenMit Regina von Hebenstreit geborener Söll von Teissegg beginnt die Reihe der Hebenstreit auf Ansiedl, die den Ansitz käuflich erwarben. Johann Josef von Hebenstreit war zugleich Inhaber von Unterempichl-Hebenstreit, Sonnegg und vom Steinergut in Dietenheim. Am Ende des 18. Jahrhunderts war der Ansitz verpachtet. 1833 scheint Johann Harrasser als Pächter auf. 1828 überließ Benedikt von Hebenstreit seiner Schwester Josefa verehelichte Huber sein Erbe zum Alleineigentum. Leopold Huber wohnte mit Josefa von Hebenstreit im Haus Nr. 1 in Dietenheim und war Privatier, Güterbesitzer und Gemeindevorsteher.

Nach dem Tod der Josefa kaufte der Brunecker Uhrmachermeister Anton Straßer 1874 von den Erben den Ansitz Ansiedl und verkaufte ihn 1886 an Bartholomäus Hellweger weiter. In Ansiedl hatte er eine Gastwirtschaft eingerichtet.

Erklärung:

"Ansiedl" stammt von mhd. "Sidel(e)" ab, was einen Wohnort bezeichnet.

Bemerkungen:

Der Ansitz samt Garten ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monument-Browser der Autonomen Provinz Bozen).

Literatur:

  • Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 1-46.
  • Dies., Ansiedl/Aufhofen, in: Magdalena Hörmann-Weingartner (Red.), Tiroler Burgenbuch, IX. Band - Pustertal, Bozen/Innsbruck/Wien, Athesia/Tyrolia 2003, 249f.