Stadtgasse Nr. 29, 29a, 29b, 29b; Hintergasse Nr. 7, 7a: Stiflerhaus, Neuhauserhaus

Foto: Alletto, 2012 (CC BY-SA 3.0).

Adresse: Frühere Hausnummern: 79, 98, 99

Grundbuch-Nr.: 130

Frühere Namen:

In diesem Haus befand sich ab ca. 1460 die Werkstatt des Malers und Bildhauers Michael Pacher, der ab 1467 in Bruneck urkundlich nachweisbar ist. Erika Kustatscher schreibt über Pacher, seine Herkunft und Abstammung sei nach wie vor nicht geklärt. Zwischen 1467 und 1495 sei er in Bruneck dokumentiert, ab 1477 als Bürger der Stadt. Er war im vierten Stadtviertel ansässig und dürfte mit dem 1490 als Besitzer eines Objektes in Unterragen genannten "Bildschnitzer" identisch sein.

Johann Tinkhauser gibt für 1546 den Apotheker Oswald Schrottenegger als Eigentümer des Hauses an; für 1700 Niklaus Peintner und Math. Niederbacher, für 1835 den Glaser Joseph Neuhauser.

Erika Kustatscher schreibt über Schrottenegger, er habe 1537 das Bürgerrecht der Stadt Brixen erhalten. Seit 1540 hingegen ist er als Bürger der Stadt Bruneck dokumentiert, wo er im ersten Viertel lebte. Häufig wird er als Apotheker bezeichnet, es finden sich aber auch Hinweise auf Lieferungen von Tinte, Wachs und Papier an die Hofkanzlei. Zusätzliche Einnahmen bezog er aus der Landwirtschaft. Zwischen 1544 und 1551 war Schrottenegger ordentliches Mitglied des Brunecker Stadtrates.

Erstes Haus

Mariatheresianischer Kataster: Frau Waldburga von Zeiller besitzt eine Behausung und einen Garten im Zwinger.

1806 stirbt Wallburga Vestner geborene von Zeiller, die Gattin des Stadtphysikus Anton Vestner, und ihre Töchter Katharina und Maximiliana erben die Behausung, die sie 1770 von Georg Frisch, Bürger in Bruneck, gekauft hatte. 1818 verkauft Katharina Desona ihr Besitzrecht an Josef Neuhauser, Glaser in Bruneck. 1839 gibt dieser das Besitzrecht an den Sohn Karl Neuhauser, Glaser und Spängler, weiter.

Zweites Haus

Mariatheresianischer Kataster: Anton von Puel besitzt eine Behausung.

1789 erhält Stanislaus von Puel die Behausung von seinem Vater Anton von Puel. Stanislaus stirbt 1809 und seine Schwester Maria Anna Stainer geborene von Puel erbt den Nachlass. 1813 verkauft sie die Behausung an Dr. Franz Stifler, Advokaten in Bruneck, und 1859 ersteigert Karl Neuhauser die Behausung samt dem rückwärts anschließenden Haus (heute Graben Nr. 34). Beide Häuser befinden sich jetzt in der Hand desselben Besitzers.

1870 überlässt Karl Neuhauser, Handelsmann in Bruneck, die Behausungen seinem Sohn Franz Neuhauser.

Bemerkungen:

Das Haus ist denkmalgeschützt (externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 185-187.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 232f.