Ansitz Grembsen, Herrenhaus

Adresse: Gissbachstraße Nr. 1A, St. Georgen.

Frühere Namen:

Der Ansitz war vermutlich Sitz der Edlen von St. Georgen, die 1180 erstmals erwähnt werden (Chuonrad, Ritter von St. Georgen). Ob und wie die Edlen von St. Georgen mit dem Geschlecht der Gremsen in Zusammenhang standen, ist urkundlich nicht nachzuweisen. 1322 scheint Ulrich der Grembs auf, 1430 Michael Grembs, der Lehensmann des Brixener Fürstbischofs war. Hans Grembs wurde 1514 von Kaiser Maximilian mit der Niedergrembsen-Hube belehnt.

1528 erscheint Jörg Grembs als Gerhab für die Kinder des Hans: Kaspar, Ottilia und Verena, und als Lehensträger um die Niedergrembsen-Hube. Mitglieder der Familie gehörten den Täufern an und wanderten nach Mähren aus, die Güter wurden durch den Fürstbischof konfisziert.

Das konfiszierte Gut fiel Ottilia Grembs und ihrem Mann Balthasar von Mayrhofen aus Lüsen zu. Ihre Tochter Margareth heiratete Christoph Troyer, wodurch das Gut an die Troyer kam; Christoph (I.) Troyer hatte bereits den Ansitz Gissbach erworben. Seinen Söhnen Christoph (II.) und Alexander Troyer zu Gissbach wurde 1582 durch Fürstbischof Johann Thomas die Niedergrembsen-Hube verliehen.

Der Ansitz Grembsen wurde durch Hans (d.J.) Troyer von Ansheim gekauft, wodurch eine neue Linie der "Troyer zu Ansheim und Grembsen" gegründet wurde. Später folgten die Söll zu Teissegg und Steinburg, da Anna Margareth Troyer Veit Sigmund Söll zu Teissegg und Steinburg geheiratet hatte.

Danach kam der Ansitz Grembsen durch Kauf wieder an die Linie Troyer-Gissbach. Cyriak (II.) wurde 1668 in den Freiherrenstand berufen und durfte sich ab diesem Zeitpunkt "Troyer zu Gissbach und Strassfried Freiherr von Troyenstein" nennen. Franz Anton von Troyer wurde 1697 auch mit dem Grafentitel begabt.

1804 brachte der Landgerichtsadvokat Johann Nepomuk Schröck den Ansitz Grembsen in seinen Besitz und verkaufte ihn später an Peter Unterlechner aus St. Georgen. Im frühen 19. Jahrhundert lebten im Ansitz fünf bis acht Familien mit ca. 25 bis 29 Personen, 1843 waren es sogar neun Familien.

1872 verkaufte Jakob Salcher den Ansitz an die Eheleute Johann Holzer und Maria geborene Unterhuber, welche ihn wiederum an Anton Piffrader, Sohn des Raderbauern in St. Georgen, weiterverkauften. Dieser übergab Grembsen an seinen Bruder Johann, danach kam der Ansitz in den Besitz von Andrä Stampfl.

Bemerkungen:

Am unteren Gewölbe sind zwei Konsolsteine aus weißem Marmor mit dem Allianzwappen Mörl-Mairhofer. Der heutige Bau stammt großteils aus dem Ende des 16. Jahrhunderts, eine umfassende Restaurierung wurde ab 1977 vorgenommen.

Der Ansitz ist denkmalgeschützt (Externer Link zum Monumentbrowser der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol).

Literatur:

  • Michael Mitterhofer (Hg.), St. Georgen an der Ahr im Spiegel seiner Geschichte, St. Georgen 1985, 206-209.
  • Claudia Plaikner, Die Ansitze im Raum Bruneck, Diss. phil., Innsbruck 1994, Band I, S. 458-486. Alois Dissertori (Hg.), Schlösser, Ansitze und Schulen in der Stadtgemeinde Bruneck, Innsbruck 2005.
  • Georg Markus Schraffl, Aus der Chronik von St. Georgen, Brixen o.J.
  • Josef Weingartner / Magdalena Hörmann-Weingartner, Die Burgen Tirols. Ein Burgenführer durch Nord-, Ost- und Südtirol. 3. Auflage, Innsbruck u.a. 1981. Josef Weingartner, Die Kunstdenkmäler Südtirols. Band 1: Eisacktal, Pustertal, Ladinien, Bozen 1985.