Paul-Tschurtschenthaler-Park Nr. 5

Adresse: Frühere Hausnummern: 59, 59 1/2, 127, 128

Grundbuch-Nr.: 84

Frühere Namen:

Johann Tinkhauser gibt für 1546 als Eigentümer Caspar Schloßer an (Nr. 59), Nr. 59 1/2 war noch nicht erbaut. Für 1700 nennt Tinkhauser den Schneider Paul Mayrhofer, für 1835 Johann Neumayr und Peter Tinkhauser, Tagwerker, sowie Peter Weber, Florweber.

Erika Kustatscher schreibt über Kaspar Schlosser, sein Nachname lasse wohl auf sein Handwerk schließen. Er sei aufgrund der Ansässigkeit im zweiten Brunecker Stadtviertel mit hoher Wahrscheinlichkeit von seinem im dritten Bezirk lebenden Zeitgenossen und Zunftverwandten Kaspar Präbst zu unterscheiden und habe 1546 das Inkolat erhalten. Seit 1545 stand er seinem Wohnviertel als Viertelmeister vor. Er besaß auch Liegenschaften in Oberragen.

Mariatheresianischer Kataster: Maria Schneider besitzt eine halbe Behausung zuunterst der Stadt. Maria Lanzenberger besitzt die andere halbe Behausung.

Erstes Haus, obere Hälfte: Ursula Neumair geborene Gröbner kauft von ihrem Ehemann Johann Neumair die obere Hälfte 1816. Nach seinem Tod 1848 kommt der Nachlass zunächst an die Witwe, danach an den Sohn Leopold Neumayr, Strutzer in Bruneck. Dieser verkauft sein Besitzrecht 1849 an Peter Niederbacher weiter und dieser verkauft es 1871 an die Eheleute Jakob Plankensteiner und Maria geborene Jessacher. Diese wiederum verkaufen ihr Besitzrecht 1879 an die Eheleute Michael Hartmair und Agnes geborene Knoll, 1890 übernimmt es deren Sohn Peter Hartmair, Schustermeister in Bruneck.

Erstes Haus, untere Hälfte: 1787 verkauft Valentin Lanzenberger sein Besitzrecht an Agnes geborene Oberhammer verehelichte Nocker. 1790 erbt deren Sohn Anton Nocker, 1798 verkauft er sein Besitzrecht an Andrä Kofler, Inwohner in Bruneck. Dieser verkauft es 1800 an Mathias Unterbranger in Bruneck, der 1824 stirbt. Der Nachlass geht zunächst an die Kinder, die die halbe untere Behausung an Maria Prünstler verkaufen (1829). Prünstler verkauft an Josef Mesner, Maurergesellen in Reischach, weiter, dieser wiederum an Peter Tinkhauser, dieser an Christian Bodner, und dieser an Sebastian Schönhuber, Weber in Bruneck. Schönhuber vertauscht die untere halbe Behausung an Urban Lusser, Inwohner in Bruneck, gegen die Behausung Nr. 27 (heutige Nummerierung). Lusser verkauft 1841 an Johann Neumair, Strutzer in Bruneck, und nach dessen Tod im Alter von 30 Jahren erbt seine Mutter Ursula Neumair geborene Grebmer 1843 den Nachlass. Sie überlässt ihr Besitzrecht 1848 ihrem Sohn Leopold Neumair, Strutzer in Bruneck. Dieser verkauft an Peter Niederbacher weiter, und dieser wiederum an Ursula Neumair. 1858 übernimmt deren Tochter Anna den Nachlass, 1901 fällt dieser ihrer Nichte Elisabeth Neumair zu. Diese verkauft 1888 ihr Besitzrecht an Josef Neumair, Fleischhauer in Bruneck, und nach dessen Tod erbt wiederum die Witwe Anna Neumair geborene Oberhammer.

Zweites Haus: 1827 kaufen Michael Hilber und seine Frau Ursula geborene Gröbner von Johann Neumair einen Garten, in dem sie 1828 ein Häuschen bauen. Dieses verkaufen sie 1834 an Peter Weger von St. Georgen. 1841 vertauscht Weger, Weber in Bruneck, das Häuschen an Margareth Grünbacher in Bruneck gegen das Haus Nr. 41a (heutige Nummerierung). 1846 verkauft Grünbacher ihr Besitzrecht an Peter Weger, Florwirker in Bruneck, der es wiederum 1864 an seinen Sohn Simon weitergibt. Nach dessen Tod 1886 übernimmt die Witwe Maria Weger geborene Innerkofler den Nachlass, in der Behausung wird jetzt ein Krämerladen betrieben. Nach dem Tod der Maria übernimmt der älteste Sohn Gottfried den Nachlass. Im Grundbuch scheint 1907 der Ursulinerinnen-Convent als Besitzer des früheren "Grillenhäusls" auf.

Literatur:

Erika Kustatscher, Die Städte des Hochstifts Brixen im Spätmittelalter. Verfassungs- und Sozialgeschichte von Brixen, Bruneck und Klausen im Spiegel der Personengeschichte (1200-1550) (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 25), Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Beiliegende CD-Rom.

Anton Sitzmann, Häuserbuch der Altstadt Bruneck (1780-1964), Diss. phil., Band II, Innsbruck 1965, S. 121-127.

Hubert Stemberger (Hg.), J.N. Tinkhauser's Brunecker Chronik 1834. "Geschichtliche Nachrichten von der k.k. Kreisstadt Bruneck und derselben Umgebung", Bozen 1981, S. 230f.